Reise in die Teewelt

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Reise in die Teewelt


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Verrückt nach Tee und ebenso verrückt nach Schnee!

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Weihnachten ohne Schnee? Nein.. es geht nicht ohne Schnee, außer wenn ich zu Hause in Hongkong bin, dann muss ich natürlich stark sein!! Aber wenn ich in Deutschland bin, Schnee zu sehen ist schon etwas ganzzzzzz besonderes und darauf will ich nicht verzichten!

Jeden Tag beobachteten wir die Wetterkarte und haben gebeten. Leider hätten wir keine Chance im Main Taunus Kreis gehabt. Also, entschieden wir uns am 23. Dezember nach Norden zu fahren! Dort musste doch Schnee liegen! Und nach einigen verrückten Monaten wollten wir einfach für ein paar Tage weg.. aber so weit wie möglich... am liebsten Nordpol! Aber fliegen? Nicht möglich ... Da ich noch mein Fahrangst besiegen möchte, war das Auto unser einzige Möglichkeit! Jup.. Norwegen... das hört sich prima an! Roros - ein UNESCO Dorf, wo Pippi Langstrumpf auch Filme gedreht hat - SUPER! Dort sollte es Schnee geben! So haben wir unser Navi gefragt! Ohne Fähre von Eschborn bis Roros sind es fast 2000km! Jup!! Wieso nicht! Ich wollte doch fahren!! ;)

So hatte ich angefangen zu überlegen! Für ein paar Tage ohne Tee? Plus die Kält!! NEIN.. es gibt keine Kompromisse! Also Tee einpacken und mein Mann war für das Essen verantwortlich! Aber nur ein Tee? Emm.. damit bin ich eigentlich nie wirklich so treu. Ich kann einfach nicht nur einem Tee treu bleiben, auch wenn ich unterwegs bin! Also, habe ich mir drei verschiedene Tees ausgesucht (Keemun Gongfu, Premium Anxi Oolong und Lao Chong Dan Cong). Aber dann war ich immer noch nicht zufrieden! Verschiedene Tees brauchen natürlich auch die passenden Kännchen und Tässchen.. und alles rund herum! Also.. das Resultat war: 3x Teesorten; 4x Yixing Kännchen, 3x verschiedene Teeschälchen (jeweil 2x Stk), 3x Untersetzer für das Kännchen aus Ton, Sieb, Teetuch, Besteck, Bambus Teekiste/Reiseteetisch, Wasserkocher, 2x Thermokannen und ein Sturm-Stövchen. Und alles nur um Tee zu machen?! JA! Wie gut dass man Norwegen mit dem Auto erreichen kann! Nach ein paar Stunden später, habe ich fast meinen ganzen Tee-Bar eingepackt. Mein Mann guckte mich an - FASSUNGSLOS! Dann fragte er, wo sind meine Kleidungen? Kosmetikbeutel? Vielleicht ein Buch oder so? Emm.. ich guckte ihn auch fassungslos zurück! STIMMT! Und für Kleidnung und etc, war es einfach, 5 Minuten hatten gereicht! Ich war so aufgeregt auf unserer Nordic-Expedition. Wie ein kleines Kind, freute ich mich besonders, dass ich meine "Spielzeuge" mitnehmen durfte!

dieKunstdesTees-Blog-2014-1Unsere erste Nacht - Nach der schwedische Grenze

Wie ihr wahrscheintlich schon zwischen den Zeilen gemerkt habt, war diese Reise sehr kurzfristig und spontan! Wir hatten schon lange vor, unser camping-geeignetes Auto auch so zu testen. Da wir diesmal quasi nicht geplant hatten und nicht wussten, wie weit wir kommen würden, konnten wir doch diese Idee gleich ausprobieren! Daher, außer meinen Tee-Sachen, haben wir auch Lamadecken, Kissen, und Schlafsäcke gepackt und das Campingpotential unseres Autos herausgeholt und in ein gemütliches Nachtquartier verwandelt.

Unser erster Morgen

Es war schon seltsam! Wir haben beide richtig gut und erholsam geschlafen! Aber am Morgen brauchten wir etwas erwärmendes! Yuhooo! Das neue Sturm-Stövchen kam zum Einsatz und ich durfte das Eichhörnchen spielen und suchte nach meinem Kännchen und Tee. :) Ich entschied mich für die Eröffnung unsere Reise für einen "Keemun Gongfu" und ein Yixing Kännchen aus den 90'er mit eingravierten Kirchbaum. Auf einem Camping-Parkplatz an der „Autobahn“ und fast im norwegischen Wald gelegen war es schon eine besondere Atmosphär, und so reichte auch eine Flasche stilles Wasser aus dem Supermarkt vollkommen aus. In wenigen Sekunden verbreitete sich schon der Duft aus einer Mischung von einem süssen und leicht blumigen Aroma. Und die Wärme strahlte durch den kalten Wind! Wir hörten die Autos schon nicht mehr. Man spürte nur noch einen warmen Fluss im Körper! Es war ein sehr dankbares Gefühl! Da wir noch etliche Kilometer vor uns hatten, habe ich gleich noch 2-3 Aufgüsse in eine Thermoskanne für Unterwegs umgefüllt. :) Obwohl der Tee in der Thermokanne "eingesperrt" war, hatte sich die Qualität des Geschmack nicht wirklich viel geändert. Immer zwischendurch eine warme Tasse Tee beim Fahren war wirklich was feines!

Spät Nachmittag - Am Ziel - Roros (Norwegen)

Nach einen ganzen Tag fahren, haben wir endlich unseren Ziel erreicht. Der Baumkuchen kam aus seiner Verpackung und ja.. schon wieder Tee! ;) Normalerweise verträgt der Keemun Gongfu mindestens 5 Aufgüsse, dieses Mal sogar 2-3 Aufgüsse mehr. Ich glaube, der Grund war die Wassertemperatur. Im Freien (Winter) sinkt die Temperatur schnell und so waren die Teeblätter wahrscheintlich nicht "überkocht", daher konnten wir uns auch mehrere Aufgüsse leisten.

Unser zweiter Tag

Obwohl ich nach den vielen Süßigkeiten und Butterplätzchen eigentlich nicht hungig war, habe ich mich trotzdem nicht von dem Frühstrückbuffet ferngehalten, da am diesen Tag erhebliche "Wanderungen" geplannt waren, sollte man doch gut vorbereitet sein! :D

dieKunstdesTees-Blog-2014-2Ich hatte schon das ganzes Jahr auf dieses Motiv - Tee im Schnee - gewartet! Fröhlich habe ich den Lao Cong Dan Cong in den Rücksack eingepackt. Da ich nie wusste, ob man überall kochen darf, packte ich lieber ein Kanne voll heisses Wasser mit. Dan Cong braucht eine niedrige Wassertemperatur (ca. 90°C) um sein Aroma freizusetzen, so ist er ideal für Wanderungen, besonders im Winter. Und es hat wunderbar geklappt! Diesmal probierten wir das norwegische Trinkwasser (aus dem Hahn) und stellten fest, dass das Wasser im Vergleich zu unserem Wasser (Main Taunus Kreis) weicher und etwas süßlicher ist. Wir fanden es optimal für die Teezubereitung. Die Thermokanne hat das Wasser auch gut warm gehalten, und die Aufgüsse waren richtig auf den Punkt. Die Tassen waren unglaublich blumig, fruchtig und angenehm. Und im Schnee genossen wir 3 oder 4 Aufüsse. Danach im Hotel nochmals 5, 6, 7..... Aufgüsse bis zum Abend. Es war einfach erstaunlich!

Und fast so, als ob uns für die schöne Wanderung in der Natur zu loben, hatte es sogar am Abend richtig gut geschneit. Es war ein sehr schöner Abschluß für den Tag.

Unser dritter Tag

Am Morgen war der Neuschnee leider fast weg! Aber für die City Tour war das Wetter perfekt und wir hatten sogar Sonne. Da wir am Nachmittag schon wieder Richtung Deutschland starten mussten, blieb leider nur noch "wenig" Zeit um ein Tässchen Tee zu genießen, und so gab es wieder Keemun für die Thermoskanne. Und auch hierbei brachte das norwegische Trinkwasser den Tee trotz Thermoskanne schön und wärmend zur Geltung. Es war seit 4 Tagen unser erste Zeitdruck, weil unsere Fähre ab Larvik (Norwegen) schon früh am nächsten Morgen um 6:30 Uhr mit dem Boarding begann.

Unser letzter Tag

Die ca. 3 Stunden Fähre bis Hirtshals (Dänemark) hatte uns zwar etwa 300-400km gespart, aber von dort bis zu Hause waren es nochmal ca. 1000km zu fahren. Und wir hatten nur bis zum Abend Zeit! Obwohl in Deutschland man ohne Geschwindigkeit auf der Autobahn rasen darf, für mich war es einfach zu stressig, mit meiner Fahrangst, dem Regen und der Dunkelheit (später), und ich fahre einfach lieber langsamer.

Es war sehr Schade, dass wir unseren dritten Tee (Premium Anxi Oolong) im Korb lassen mussten. Aber trotzdem, war ich stolz und glücklich. Ich bin ca. 1000km beim jedem Wetter und sogar auf Eis gefahren. :D Es klingt vielleicht für manche ein Bisschen verrückt, aber es war einer meiner entspanntesten Ausflüge. Ich hatte komplett von meiner Arbeit abgeschalten, und genoss die Natur und Ruhe Norwegens im Winter mit einer frisch zubereiteten Tasse Tee.

So wünsche ich Euch auch einen guten Start ins Jahr 2014!

 

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Regen und Teegenuss

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Das Wetter gestern war grau und feucht. Aber irgendwie bring mich solches Wetter immer wieder zurück nach Suzhou mit seinen wunderschönen Gärten und Tee-Pavillon im Hinterhof eines Hauses. Bei einem verregneten Tag habe ich das Gefühl, dass die Uhr auch irgendwie stillsteht. Obwohl ich weder einen Hinterhof noch einen Tee-Pavillon habe, konnte ich zum Glück im Wintergarten sitzen und mein Wasser auf dem kleinen Ton-Stövchen kochen. Ich liebe diesen Moment, das Wasser auf kleine Flamen zum kochen. Zwar ist Geduld gefragt, aber für mich ist es wie eine Meditation und macht auch Spaß die Kohle zum glühen zu bringen. Ganz authentisch wird nur Olivenstein-Kohle benutzt, welche angeblich dem Wasser noch zusätzliches Aroma verleihen soll. Ich glaube, es ist genauso wie beim grillen. Das Fleisch schmeckt einfach anders als auf dem Elektrik-Herd.

In meinem kleinen Wasserkännchen aus Ton/Sand wird das Wasser gekocht. Das Material des Wasserkännchen hat einen deutlichen Einfluss auf die Wasserqualität. Es war viel weicher und feiner, auch wenn man nur das gekochte Wasser ohne Tee trinkt.

Der neue Da Hong Pao (originell) verhält sich auch ganz anders. Wie schon erwähnt, habe ich den Da Hong Pao schon öfters im Gaiwan oder Yixing Kännchen zubereitet und verkostet, aber er schmeckt immer etwas anders.

Normalerweise entdeckt man in den 1. und 2. Aufgüssen gleich schon den Zimt und seinen gerösteten Geschmack auf den ersten Schluck. Ab 2. oder 3. Aufguss kommt Anis und dann ab dem Dritten zeigt er seine blumige Seite immer deutlicher. Beim nassen Wetter hatte ich das Gefühl, dass sein Geschmack auch unterdrückt ist. Und man merkt die höhere Luftgeuchtigkeit auch in der Tasse.

Aber gestern, obwohl es den ganzen Tag feucht war, konnten seine Geschmäcker trotzdem in diesem Wasser freigesetzt werden. Es war ein Erlebnis! Der Tee schmeckt frei, fein, weich, und extrem blumig. Schon von ganz Anfang bis zum letzten Tropfen. Inzwischen entdecken wir nicht nur Zimt und Anis, sondern auch noch ein Hauch von Kardamom. Sein geröstetes Aroma entfaltet sich erst mit dem 3. Aufguss und danach entwickelt sich eine angenehme Süße. Es war einfach toll!

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Long Jing - Sein wahre Geburtsort(en)

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Welcher ist der beliebteste oder bekannteste Grüntee aus China? Ah! Ich glaube, die Antwort kennt bestimmt jeder Teeliebhaber. Wenn man den Namen Longjing noch nicht kennt, hat man sicherlich schon von einem seiner anderen Namen, wie Drachenbrunnen, Long Ching, Lung Ching, Lung Jing oder Dragon Well gehört. Und Sie haben “höchstwahrscheinlich” schon genug davon gelesen. Kein Wunder, dieser Grüntee existiert schon seit über 1,200 Jahren und ist längst ein „Objekt“ der gehobenen Wertachtung geworden. So verwundert es einen auch nicht, dass sogar bis heute zählt dieser immer noch zu den beliebtesten “Getränken” der chinesischen Offiziellen gehört.

Long Jing / Longjing (龍井), der Drachenbrunnentee ist ein mächtiger Name, welcher möglicherweise auch eine positive Marketing-Wirkung hat: leicht zu merken und hört sich auch sehr “Royal” an. Aber nicht nur der Name übt einen besonderen Effekt aus, sondern auch der Kaiser Qianlong und zahlreiche Dichter, sowie Literaten haben zu seinem Bekanntheitsgrad beigetragen. Dieser Tee hat nicht nur 5 Dynastien überlebt, auch hat er mehr oder weniger die ganze Teewelt erobert.

Aber wer hat diesen Namen erfunden? Oder woher kommt er? Diese Frage führt uns wieder zu seiner Heimat - Zhejiang.

Zhejiang? Nicht Hangzhou? Xihu? Oder sogar Shifeng? Ja, ich weiß! Zhejiang ist die Provinz, wo Hangzhou die Hauptstadt ist.

Ein wenig zur Geografie: Xihu (West Lake) liegt in Hangzhou und ist einer der bekanntesten Seen Chinas und gleichzeitig auch ein Stadtbezirk von Hangzhou (ca. 13-14 km2) ist. Und Shifeng (Löwen Gipfel) mit einer kleinen Fläche von ca. 4-5 km2 ist seit 2003 als Schutzgebiet der 1. Klasse registriert*, liegt in direkter Nachbarschaft. Auf diesem “Berg” gibt es tatsächlich einen Drachenbrunnen und selbstverständlich ein Longjing Dorf, welche beide bis heute noch existierten und sehr beliebt bei chinesischen Teeliebhabern sind. Und genau aus diesem Ort stammt der Name: Longjing Tee.


Aber das “Longjing Dorf” scheint nicht der einzige Heimatort zu sein. In Cha Ching hat Lu Yu schon über diesen köstlichen Grüntee berichtet. Allerdings stammte dieser von dem Ling Yin Temple (über 1.600 Jahren Alt), welcher im heutigem Xihu-Bezirk gelegen ist. Und damals hatte der Tee wahrscheinlich auch noch einen anderen Namen.

Bis in die Qing Dynastie wurde Xihu Longjing nochmal in vier Sorten (bzw. Anbaugebiete und seine Herstellungstechnik) untergeordnet: Löwe, Drache, Wolke und Tiger**. Dabei hat die Löwen-Sorte - auch als Löwen-Klasse bekannt - den besten Ruf.

  • Löwe: Longjing Dorf, in der Nähe vom Löwen-Gipfel
  • Drache: Wengjiashan, Yangmeiling, Shangxia Manjue Long, Baihefeng
  • Wolke: Yunqi, Meijiawu, Shili Langdang, Wuyunshan
  • Tiger: Hupao, Siyanjing, Chishanbu, Santaishan und in der Nähe von Xihu-Ufer

Zurück zu den heutigen Anbaugebieten. Xihu Bezirk ist einer von den drei Longjing Anbaubezirken in der Mitte von Zhejiang. Die weiteren zwei Hauptanbaugebiete sind: Qiantang (heute: Yuhang Bezirk, Hangzhou) und Yuezhou (heute: Yuecheng Bezirk, Shaoxing). Wobei Longjing aus dem Xihu Bezirk geschmacklich am aromatischsten und beliebtesten sein soll.

Unterschieden wird so nach:


Shifeng Longjing bleibt immer noch der geschätzteste Longjing Tee. Und wenn dieser noch vor dem Ming-Fest (Ming Qian) geerntet wird und man den „Besten“ aus dem Teegarten des Kaisers genießen möchte, kostet die Tasse Tee 120,00 RMB. Oder wenn man eine Dose kaufen möchte, so kostete sie im Frühjahr 2013 ab 1800,00 RMB / 500g.

*http://baike.baidu.com/view/3974992.htm
**http://zh.wikipedia.org/wiki/%E8%A5%BF%E6%B9%96%E9%BE%99%E4%BA%95

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Ein besonderer Tag, ein besonderes Getränk

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Heute ist ein besonderer Tag - unser Hochzeitstag! Es ist manchmal noch schwer zu glauben, dass wir schon seit 9 Jahren verheiratet sind. Alles fühlt sich noch frisch und wie gestern an. :)

Für unsere kleine Feier habe ich ein erfrischendes kühlendes Dessert vorbereitet. Als Getränk wollte ich etwas ganz ganz besonderes kreieren und es sollte zu diesem warmen Sommertag passen. Das Getränk sollte nicht nur lecker sein, sondern auch etwas wunderschönes für die Augen.

So überlegte ich seit Tagen, welcher Tee es werden sollte. Nach längerem überlegen kam ich auf meinen Oriental Beauty Oolong, und dass dieser den Anforderungen am besten entsprechen würde. Selten wird eine solch qualitativ-hochwertige Tee-Sorte so spät (Anfang Sommer) geerntet und bringt soviel in sich zum Vorschein. Seine blumige Honig-Note ist einfach verführend. Und so entwickelte sich diese Idee in meinem Kopf weiter.  

Oriental Beauty hat viele Spitznamen; einer davon ist “Champagne Oolong”. Man sagt das schon ein Tropfen Brandy im Aufguss diesem Tee einen ganz besonderen Touch gibt. Dieses wollte ich schon immer ausprobieren, aber für einen heißen Tag? Nein! Für mich ist Brandy zum erwärmen, also eher etwas für nass-kalte Tage. Ich wollte etwas erfrischendes und kühlendes. Und so stand mein Hochzeitstaggetränk für mich fest: Ein halbtrockener Wein vom Kühlschrank und den Oriental Beauty als Eiswürfel mit Granatapfel im Glas. Welch Kreation...lecker! ;)

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Abkühlungsidee für Tea-Freaks - Oolong Eiscreme

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Die letzten Tage waren zu heiß. Obwohl ich aus dem "sub-tropischen" Hongkong komme, konnte ich es auch fast nicht mehr aushalten. Ich brauchte dringend eine Abkühlung. Also suchte ich im Internet nach leckeren Sommer-Rezepten. ;)

Durch Zufall entdeckte ich ein wunderschönes Lavendeleis-Foto. Da wir auch Lavendel im Garten haben, hörte sich ein Lavendeleis schon nicht schlecht an. Aber ich wollte auch schon längst ein Tee-Eis kreieren, dachte mir... wieso nicht! Man kann vielleicht doch dieses Rezept statt Lavendel mit Tee ausprobieren. Matcha Eis gibt es schon überrall, aber Oolong Eis.. emm!!

Aus der Erfahrung vom letzten Jahr waren 10g Tee für unser Tea-Cookies Experiment der Tee-Geschmack etwas zu schwach und konnte nicht richtig zur Geltung kommen. Daher habe ich diesmal ziemlich großzügig 20g Tee für meine 1. Oolong-Eis-Versuch kalkuliert.

Ich habe einen traditionellen (stärker gerösteten) Dong Ding ausgesucht, welcher geschmacklich super gut mit der Cremigkeit und Rohzucker passen sollte.

 

Anbei ist mein vorläufiges Rezept:

  • 20g Tee (Trad. Dong Ding)
  • 150ml Milch
  • 200g Rohzucker
  • 8x Eigelb
  • 200ml Schlagsahne

Erst habe ich 20g Tee mit Milch zusammen auf der niedrigsten Stufe langsam kochen gelassen. Als eine leckere röstig-malzige Tee-Note sich in der Küche verbreitete, habe ich die Tee-Milch vom Herd genommen, gesiebt und die Milch abkühlen lassen.

Inzwischen die Eigelbe mit dem Rohzucker auf der höchsten Stufe über einem Wasserbad bis zu hell-schaumig geschlagen. Man muss aber aufpassen, dass es nicht zu heiß wird, sonst könnte es passieren, dass sich eine Haut von dem Eigelb bildet. Danach lässt man die Masse abkühlen.

Nachdem die Masse auf zu mindestens die Zimmertemperatur (vielleicht sogar etwas kühler) abgekühlt ist, habe ich vorsichtig die aufgeschlagene Sahne untergerührt. Nicht zu vergessen, die wichtigste Zutat der Experiments - abgekühlte Tee-Milch. Und alles langsam eingegeben und gemischt.

Dann habe ich die Eis-Mischung in die Eis-Maschine zum weiteren verrühren gefüllt. Weil das Wetter zu heiß bei uns in der Küche war, konnte die Eis-Maschine nicht richtig funktionieren. So habe ich die Mischung in den Gefrierschrank bis zum nächsten Morgen gestellt, damit es hart werden konnte. Und.. es hat geklappt. Yuhoo...

Bemerkung - Persönlich finde ich das Rezept zu süß und die Eiscreme könnte vielleicht noch cremiger werden. So habe ich folgende Änderungen für mein nächstes Eis schon vorbereitet:

  • Zucker bis zu 30% reduziert
  • da der Rohzucker (vermutlich) etwas zu groß und schwer ist, werde ich ihn erst feiner mahlen, per-und-per eingeben, und zusammen mit den Eigelbe verschlagen, um die Cremigkeit zu verbessern und vielleicht dadurch das Eis sogar etwas lockerer werden zu lassen
  • nur zum Experimentieren möchte ich ca. 15g statt 20g Tee nehmen (vielleicht geschmacklich schon ausreichend)
  • mit anderen gerösteten Oolong ausprobieren

Alledings, bevor ich das nächsten Eis angehe, "muss" ich erst meinen Versuch wegschaffen. Ah! Wie schrecklich! :-P Da das Eis für mich zu süß ist, werde ich es als Zutaten für andere Dessert-Rezepte ausprobieren. ;)

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Ein Stück vom Pazifischen Meer - Gangkou Cha

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Gangkou Village ist ein Ort für ein langsames Leben und bekannt für Surfer. Aber wir sind wegen seinem Tee hierher gekommen. Nur eine Handvoll von Restaurants und ein paar Surf-Geschäfte, sonst gibt es nichts. Außer dem Meer und Strand, haben wir dort noch kleine Reisfelder gesehen. Teegarten? Nein, nicht gesehen! Zum Glück waren die Bewohner nett und die Kinder haben uns zu dem Haus des Teemeisters geführt, wo wir einen ganz besonderen Tee verkosteten: Gangkou Cha - Meeres Tee - ein einzigartiges Tee-Erlebnis.

Trotz seiner über hundertjährigen Geschichte blieb sein Name eher unbekannt; bis vor kurzem. Der Lebensraum dieses Tees ist sehr einzigartig. Nicht nur,
weil seinen Teegarten nur wenige Gehminuten vom Meer entfernt ist, sondern auch, da er wahrscheinlich die niedrigste Höhe (max. 300 m) hat. Allerdings ohne einen Führer, hätten wir diesen Ort nie finden können. Der Teegarten ist extrem klein und versteckt sich hinter Büschen, wo er von einer großen Vielfalt an Bäumen, Sträuchern und Blumen umgeben ist.

Am Anfang hatte ein Bauern namens Zhu Zhen Zhun aus seiner Heimat Fujian die Samen der vier besten Teepflanzen aus Wuyi mitgebracht, als er zwischen 1821-1850 nach Taiwan auswanderte. Im Jahr 1875 kam der Gouverneur Zhou You Ji (zuständig für die Nachbarprovinz Heng Chun) nach Gangkou, welcher auch aus Fujian stammte, und ein passionierter Tee-Trinker war. Da die Provinz Heng Chun viel zu weit von überall entfernt war und der Weg zu schwierig um Tee aus dem Norden oder der Mitte Taiwans hierher zu transportieren, hatte er Probleme Tee zu trinken. Bis er den Bauern Zhu fand und seinen Tee verkostete. Er war so begeistert, dass er diesen Tee sogar mit seinem heimatlichen Geschmack vergleichen konnte. So schenkte er die Familie Zhu Land um den Tee-Garten zu vergrößern. Aber für Generationen verblieb dieser Tee für die Familie, sowie Gäste und als Geschenk. Bis vor kurzem, als Zhu Shun Xing, in der 5. Generation sich mehr auf die Verbesserung der Qualität konzentrierte um diesen Tee auch außerhalb Gangkous zu vermarkten. Und so erfuhr man von der Existenz dieses einzigartigen „Meeres-Tees“. 

Nach mehr als 100 Jahren haben sich die Teepflanzen auch langsam an diese raue Umgebung, wie starke Winde zwischen September und März, und den konstant hohen Salzgehalt in der Luft durch das Meer, angepasst. Die Blätter werden kleiner und ihre Häutchen sind verdickt. Aufgrund des verringerten Wasserinhalt im Blatt sind auch die Inhaltsstoffe stark konzentriert. Genau deshalb schmeckt dieser Tee etwas kräftiger und hat einen sehr einzigartigen Geschmack aus dem Ozean entwickelt. Seine kugelförmigen Blätter weisen eine “matte Farbe” als Beweis des Meeres auf.

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Ein verträumter Nachmittag

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Mein Wochenende hat schon heute Mittag angefangen. Ich kann einfach nicht mehr. Mein Gehirn ist von dieser Wochen beim auspacken und sortieren komplett ausgelaugt! Ein Zeichen, dass ich jetzt eine kleine Pause unbedingt brauche.

Viele spannende Tees warten noch in der Reihe, aber.. ich kann momentan wirklich nicht mehr! Mein Kopf ist leer! So habe ich meine Lieblingsmusik angemacht, einen Tee von vielen ausgesucht und bereite mich auf ein entspannenden Nachmittag vor.

Die Wahl fiel auf einen losen Puer aus den 90'er Jahren. Ein Puer, welchen ich durch eine persönliche Puer-Such-Aktion für einen Kunden entdeckt hatte. Vor 20-Jahren waren diese Teeblätter eigentlich als Rohstoffe eines "normallen" Puer-Beengs gedacht. Aber der Teemeister hatte nicht wirklich ein System in seiner "Tee-Fabrik" und hatte diesen Sack mit Tee schon längst vergessen. Irgendwenn tauchte der Sack wieder auf, und durch meine Suche und vielen Ecken steht dieser Puer nun in meiner Tee-Kammer.

Normallerweise ist für mich Puer ein Winter Tee, aber irgendwie habe ich einfach Lust. Nachdem ich die Blätter in dem erwärmten Gaiwan platziert hatte, wurde mir auch schnell klar, dass ich doch keine schlechte Wahl getroffen hatte. :)

Sein holziges Aroma hat mich sofort in einen Herbstwald entführt. Ich war sofort weg! Langsam goss ich das frischgekochte Wasser in den Gaiwan, und mein Büro hat sich in einen Wald mit großen Bäumen und Blumen verwandelt. Bei dem ersten Schluck konnte ich meine Augen schon nicht mehr aufmachen. Ich möchte nur in diesem wunderschönen Traum bleiben. Auf der Zunge hinterlässt der Tee ein etwa "kitzeliges", fast ein leicht "elektrisches" Gefühl. Der Gaumen und die Atmung sind gefüllt von einem blumigen Duft, welcher auch nach mehreren Minuten noch hängen bleibt. Es ist ein himmlisches Gefühl.

Dieser lose Puer (aus dem 90'er) sollte dann auch für weitere Träumer und Herbstwanderer in der nächsten Tagen verfügbar sein.

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Traditioneller Pomelo Tee

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Es ist endlich so weit, heute habe ich einen Orangen-Tee zum Opfer gebracht. Er ist einer von drei verschiedenen Obst-Tees (Pomelo, Orange und Zitrone), welche ich von meinem Tee-Bäckermeister in Taiwan mitgebracht habe.

Ähnlich dem Mandarine Puer aus unserem früherem Tee-Sortiment China, wird Tee in die Frucht-Schale gefüllt und im Ofen gebacken. Diese Idee hat eine über 100 Jahre alte Geschichte und wurden von den Hakka erfunden.

Ursprung
Die Hakka gehören zu einer der acht han-chinesischen Volksgruppen und haben ihre eigene Sprache, Kultur und Tradition. Ursprünglich wurde diese Art von Tees nur mit Pomelo hergestellt, zum einen aus wirtschaftlichen und zum anderen aus gesundheitlichen Gründen.

Hakka sind sehr bekannt für Ihre Sparsamkeit und Fleißigkeit. Aber, was haben diese Charaktereigenschaften mit dem Tee zu tun? Weil...

Sparsamkeit:
Pomelo ist groß, hat eine schöne Farbe und eine sehr lange Haltbarkeit. Daher nehmen die Hakka sie sehr gerne als Opfergabe für ihre Götter und Vorfahren und stellen sie vor den Schrein. Nach einiger Zeit wird die Opfergabe normalerweise gegessen. Leider ist das Fleisch der Pomelo viel zu sauer zum essen. Aber Essen wegzuschmeißen ist für die Hakka undenkbar. Daher kam die Idee, das Pomelo-Fleisch herauszunehmen und es zu benutzen; z.B. mit verschiedenen Zutaten mischen damit man es überhaupt essen kann.

Fleißigkeit:
Hakka arbeiten immer fleißig, daher ist ein gesunder Körper natürlich sehr sehr wichtig. Nach der traditionellen chinesischen Medizin fördert die Pomelo-Frucht die Verdauung, Schleimlösung und hilft beim Gewicht verlieren. Wohingegen die Wissenschaftler Insulin, Naringin, Hesperidin, ätherisches Öl, Vitamin B1, Vitamin B2, Niacin, Vitamin C, Fructose, Glucose, Proteine, Lipide, Eisen, Calcium, Phosphor und Rohfaser in der Pomelo entdeckt haben. Daher ist Pomelo Tee eine traditionelle Volksmedizin.

Herstellung
Einen Pomelo Tee herzustellen ist jedoch keine leichte Arbeit:
- mit dem Messer öffnet man erst eine Öffnung auf dem Kopf der Pomelo
- mit dem Löffel nimmt man das Fleisch heraus
- nach altem Rezept wird Tee, Süßholz, Basilikum, Minze, Blumea und etc. mit dem Obst-Fleisch gemischt
- die Mischung wieder in die Pomelo-Schale füllen und mit einer Schnur befestigen
- dann wird sie getrocknet, immer wieder gepresst und gedreht und gedampft oder über Holz gebacken 
- je nach Wetter kann dieser Prozess über Tagen dauern

Heutzutage wird der Tee immer noch per Hand hergestellt. Da diese Herstellung so arbeitsintensiv und kompliziert ist, und mit einer reichhalten Auswahl an schulmedizinischen Alternativen, wird diese Tradition wahrscheinlich bald verschwinden.

Die drei Obst-Teesorten sind übrigens mit einem 10-Jahre gelagerten Oolong gefüllt und werden bis zu 60 Stunden über Holzfeuer (Longan-Holz) gebacken. Zwischendurch muss man den Tee immer wieder ruhen lassen und die gesamte „Back“-Zeit kann einige Tage dauern. Diesen Tee kann man auch für sehr sehr lange lagern.

Daher trinke ich auch gerne Mal einen “aromatisierter Tee”, nicht nur für die Seele, sondern auch für meine Gesundheit.

**Bemerkung: Wenn Sie Interesse an diesem Tee haben, schreiben Sie uns eine kurze E-Mail. Denn dieser Tee wird nur auf Nachfrage beim Tee-Bäckermeister hergestellt.

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2013 Teereise China - Huangshan: Taiping Houkui

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Taiping Houkui ist einer der kostbarsten Tees in China. Nicht nur wegen seiner kurzen Erntezeit, die an ca. 25 Tage im Jahr ist und um den Zeitpunkt des Gu Yu - in der Regel zwischen April und Mai - stattfindet und nur an trockenen Tagen geerntet werden kann, sondern auch wegen seines sehr arbeitsintensiven Herstellungsprozesses, welcher vollständig per Hand ist.

Taiping Houkui aus der dem gleichnamigen Landkreis Tapining stammend, ist einer der Teespezialitäten der Huangshan Region. Ähnlich dem Huangshan Mao, erschien Taiping Houkui erst 1900 während der Qing-Dynastie  auf der Tee-Landkarte, trotz der langen Teegeschichte in dieser Region.

Die Übersetzung dieses Teenamens bedeutet "friedlicher Affenkönig" und basiert auf verschiedenen Legenden. Meine Lieblings-Legende handelt von einer Affen-Familie, die in den Berg Huangshan lebte. Eines Tages erkundete das Affenbaby die Region um Taiping. Doch aufgrund des dichten Nebels, verlor es seinen Weg nach Hause. Der Vater machte sich auf die verzweifelte Suche nach seinem Sohn, verstarb aber nach langer Suche in einem Tal an Erschöpfung. Ein alter Mann fand die Leiche und begrub sie im selben Tal und pflanzte einige Teebäume und Blumen an der Seite des Grabes. Als im darauffolgenden Frühjahr der alte Mann zurück kam um Kräuter zu pflücken, stellte er fest, dass das Tal von grünen und gesunden Teebäume bedeckt war. Dann hörte er eine Stimme aus dem Berg, welche sich für die gute Seele des alten Mannes bedankte. Es war die Stimme des Affenvaters. So wurde später das Tal nach dem Affen benannt "Hou Ken" – das Affen-Tal, und der Tee bekam den Namen "Hou Kui" – der Affen-König.

Die Teegärten befinden sich in der Regel auf rund 350m Höhe. Die Temperatur ist in diesem Bereich relativ kühl mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von etwa 14 °C und ca. 210 bis 220 frostfreie Tage ohne Frost. Vor allem sind die Teegärten aber von Nebel bedeckt, so dass nur begrenzt Sonnenstrahlen die Teepflanzen erreichen, welches in einem süßen und überhaupt nicht bitter werdende Tee resultiert, sogar wenn man ihn zu lange ziehen lässt.

Das Besondere an den Taiping Houkui ist sein lang und flach geformtes Blatt, markiert mit einem feinen quadratischen Raster. Dieses Raster entsteht durch den einzigartigen Herstellungsprozess, um genau zu sein: das Trocknen (Backen) der Teeblätter. Hierfür werden jeweils "eine Knospe und zwei Blätter" sorgfältig auf ein mit Baumwolltuch abgedecktes Gitter platziert und durch fixiertes Walzen gerollt. Anschließend kommen sie so in den Heißluft-Ofen (bei niedriger Temperatur). Dadurch entsteht das unverkennbare Merkmal eines Taiping Houkui Teeblattes.

Es hat einen süßen und blumigen Duft, der oft als Orchideenduft beschrieben wird. Sein Geschmack ist mild, leicht nussig, mit einer angenehmen zart grassigen Note. Im Abgang zeigt er seine Geschmeidigkeit und bietet einen leicht-kühlenden Effekt auf der Zunge.

Die Zubereitung: Um diesen Tee zu brauen, empfehlen wir, eine hohe schlanke Glasteekanne oder entsprechendes Glas zu verwenden. Die mit heißem Wasser erwärmte leere Kanne bzw. das leere Glas wird mit 5 – 6 Teeblättern befüllt. Aufgrund der Wärme im Glas verbreitet sich gleich ein wunderschön blumiger Duft. Dann fügt man 1/3 Wasser (85-90 °C) in das Glas und lässt den Tee für 1min ziehen. Anschliessend füllt man das Glas mit Wasser auf und braut den Tee für weitere 3-5 Minuten, bevor man ihn serviert. Meine Empfehlung ist es, nicht die Teekanne oder das Glas komplett auszugießen, sondern immer 1/3 Wasser drin zu lassen, wenn man einen weiteren Aufguss plant. Diese Vorgehensweise wiederholt man dann für jeden weiteren Aufguss. Insgesamt sind so ca. 3 bis 4 Aufgüsse möglich.

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2013 Teereise China - Huangshan: Keemun Gongfu

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Keemun ist ein chinesischer roter Tee (von den Langnasen als Schwarztee bezeichnet) gehört schon eher zu den alten Bekannten und man hat seinen Namen sicherlich schon öfters gehört. Auch wenn seine Exportgeschichte etwa 200 Jahre nach der von anderen chinesischen roten Tees beginnt - zum Beispiel ein Lapsang Souchong aus Fujian wurde bereits im 17. Jahrhundert gerne in Europa getrunken - so ist die Geschichte des Keemun dennoch interessant. 

Sein Ursprung
Sein ursprünglicher Name ist "Qimen Hong Cha". "Qimen" ist die chinesische Umlautschrift Pinying von 祁门, einer sehr kleinen Stadt im Süden der Region Huangshan (Provinz Anhui). Und "Hong Cha - 红茶" ist eine der chinesischen Tee-Kategorien für vollständig oxidierten Tee, d.h. Roter Tee, durch seine rote bernsteinfarbene Tasse. Im Westen, gehört dieser zu der "schwarzen“ Teekategorie, wahrscheinlich aufgrund der sehr dunkelfarbenen getrockneten Blätter. Um die Teeblätter ohne Zerstörung der kleinen Haare und Struktur der frischen Blätter in dünne und eng verarbeitete Teeblätter zu herstellen, erfordert umfangreiche Erfahrungen und Kompetenzen ("Gongfu" in Chinesisch).

Vor dem Erscheinen von Keemun Hong Cha war Qimen eine rein Grüntee produzierende Region. Nach einer Legende brachte 1875 ein pensionierte Beamter namens Yu Ganchen die Methode zur Herstellung von roten Tee von seiner Reise aus Fujian mit. Und zu Hause angekommen  experimentierte er mit Maofeng Tee als Rohmaterial zur Herstellung von roten Tee. Sein Experiment wurde ein solcher Erfolg, dass ein aus Qimen stammender Mann, mit Namen Wu Yuanlong, beschloss, den Weg von Yu Ganchen fortzusetzen.

Keemun Hong Cha wurde wenig später in den Westen exportiert und erreichte eine überraschende Popularität in England, so dass er zu den Top-10-Tees aus China  wurde. Darüber hinaus begann mach ihn in Mischungen zu verwenden, wie zu der Zeit schon existierenden English Breakfast. Die allgemeine Popularität von Keemun Hong Cha veränderte Qimen von eine Grüntee zu einer roten Tee herstellenden Region.

Allerdings könnte einer der Gründe sein, warum  Keemun so in der Teeexportgeschichte berühmt wurde, dass er auch durch die instabilen Zeit  der chinesischen Geschichte überleben konnte: Revolution gegen das kaiserliche System, Bürgerkrieg und 2 Weltkriege.

1930/31 erfand W. McKertcher das CTC („zerbrechen, zerreißen, rollen“) Verfahren zu Schwarzteeherstellung, welches zwischen 1950-70 sehr populär wurde. Wahrscheinlich um die gleiche Zeit begann man Keemun Tee auch nach diesem "neuen" Herstellungsverfahren zu verarbeiten, um die steigenden Nachfrage im Westen bedienen zu können. Dies könnte eventuell erklären, warum die meisten der Export Sorten von China Keemun gebrochen sind.

Unser Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich zwischen dem Import Grad Keemun (d.h. unser Keemun (Premium)) und seine traditionelle Version (Keemun Gongfu (Qimen Hong Cha)):

Wenn Sie gerne Milch / Sahne und Zucker in schwarzen Tee trinken, oder lieber einen stärkeren und gleichzeitig einfacheren chinesischen roten Tee bevorzugen, dann empfehlen wir Ihnen unseren Premium-Keemun. Für diejenigen, die nicht nur gerne einen feineren und traditionell handverarbeitenden Tee bevorzugen, welcher nicht nur Freude in seinem Geschmack bringt, sondern auch etwas für das Auge ist, wird unser Keemun Gongfu Sie nicht enttäuschen. Allerdings, wenn Sie mögen, wird die Gongfu Version auch mit Milch / Sahne passen, was sicherlich gut mit der natürlich malzigen Süße passt.

Obwohl Keemun ein sehr konventioneller Tee ist, kann man immer mit der Wassertemperatur  experimentieren, wie ich es in der obigen Tabelle dargestellt, tat. Sie werden überrascht sein wie unterschiedlich ein und derselbe Tee schmecken kann.

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