Reise in die Teewelt

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Fashion in Pu Erh - Modern gegen Klassisch

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Fotos-des-Maerz

Im Frühlingsanfang möchten wir Ihnen zwei Sheng (grün/raw) Pu Erhs von 2015 stammt aus Jinuo Shan (emalige You Le) vorzustellen. Jinuo Shan, benannt nach der ethnischen Gruppe, die diesen Berg bewohnt, ist ein berühmter Berg in Xishuangbanna, und hat eine lange Geschichte bei der Herstellung des Pu Erhs.  

Die beide Pu Erhs wurden von „Jinuo Shan Cha Chang“, ein junges Teefabrik, gegründet von Herrn Lee Du Nan in dem 60er. Das Projekt wurde zunächst von die Regierung unterstütz um der über 1.300 Hektar großen Brachezone in Jinuo Shan zu einem Teegarten zu verwandeln. Das Ziel war diese isolierte Minderheit Bergvolk die Verbindung mit dem regionalen Teekultur wiederherzustellen und eine Einkommensquelle für sie zu erschaffen. Unter Herrn Lee, ein Expert des modernen Landwirtschaftsmodels, wurde dieser riesiger Teegarten allmählich zwischen 2000 und 2003 gerichtet. Heute arbeiten ein hundert Mitarbeiter in diesem Teegarten. Ein moderne Teegarten or Terrace verwaltet unter modernen Maßnahme und Know-How gleich aber nicht die  chemische Mittel zu missbrauchen, sondern in diesem Fall legt der Verwalter sehr viel Wert auf dem biologischen Weg. Chemische Dünger und Pestizide sind streng verboten.  

In Jinuo Shan Cha Chang, wegen dem Alte und Größe der Teebäume fordert spezielle Pflege und Können bei der Aufrechterhaltung der Balance der Tee-Produktion. Wahrscheinlich scheint es in die Gegenrichtung der Trendinteresse (bzw. alten Teebäumen) zu gehen, oder Sie sehen es als Opfer der Technologie, oder die Neuanpassung des Produktes in Bezug auf der Qualität und den Menschen hinter diesem Geschichte. Hinter diesen Gedanken ist die Frage: wenn die oberste chinesische Grüntee oder die feinsten taiwanesische Oolongs von junge Teebusch herzustellen, warum sollte es nicht High-End Pu Erh Produkte aus Terrassenanbau möglich sein. 

So fokussiert der Teegarten Anbauer auf: 1. der Wahl von Kultivar (ein Begriff der nicht in der Pu Erh Welt existiert ist); 2. das Technik der Teeherstellung, Ernte-Zusammensetzung und die Zugehörige. Frühlingsernte hat eine außergewöhnliche Qualität, die Beherrschung der technischen Fähigkeiten der Teeproduktion ist im Vergleich zu denen von alten Bäumen (d. H. Gu Shu) enorm entscheidend. 

Im Vergleich zu den feinsten Pu Erhs aus dem bekannten Berge oder Uralten Teegarten, entwickeln sich  Pu Ers aus diesem Garten etwa anders. Aber Pu Erhs den unter gleichen Bedingungen produziert sind, konnten 2-3 mal teuerer verkauft werden. Dieser Produzent stellte Pu Erh auch in den alten Art und Weise, sowie in den 2000s. Dieser „klassischer“ Styl und Geschmack ist am Rande des Verschwindens.  

Die zwei Pu Erhs für März präsentieren die beide Richtungen von Style sehr gut von diesem Produzent. Beide stammen aus ihrem biologischen Teegarten und wurden in 2015 hergestellt: der „klassischer“ Style - 100g Tuo Cha und der „zeitgenössischer“ Style - 100g Mini Fladen.  

Der Tuo Cha basierte einen der ältesten Rezept dieses Produzent, daher wurde er nach dem „klassischen“ Styl (Bz. aus dem 2000s) hergestellt. Dieser ist ein sehr reiner Tee, weniger raffineirt oder blumig wie die moderne Pu Erhs, aber besitzt ein sehr klarer Struktur von typischer Pu Erh. Dieser Pu Erh Typ hat eine gute Potenzial zum reifen, und konnte sich nach ein paar Jahren zu einen besonderen interessanten Geschmacksprofil entwickeln. 

Da die klassische Pu Erhs viel stärker und mit einem intensiven bitteren und adstringierenden Charakter von Tannin, welcher wiederum sehr wichtig für die weitere Geschmacksentwicklung während der Lagerung/Reifung. Und sie sind höher oxidiert, geeignet für langlaufenden Reifung. Die nur kurz gelagerte sind meist zu stärk oder zu bitter für viele Teetrinker oder Pu Erh Anfänger.   

Indessen, Fashion wandelt sich mit der Zeit. Die neue Generation von Pu Erh Liebhaber sich auch der Suche nach Produkte, die sofort genießbar sind, daher adaptieren die Produzenten auch neue Technik um etwas „grüner“, modischer und milderer zu produzieren. Manche Produzent erfindet sogar „ultra grüner Pu Erh“, welchen sehr ähnelt nach dem Geschmacksrichtung des Grüntees ist, sowie den zweiten Pu Erh inkludiert in diesem Monat: Mini Fladen von Jinuo Shan 2015. Dieser ist einen unkonventionellen Pu Erh, hat aber ein sehr balancierte charakteristische Geschmacksmischung aus einer „vegetative“ Note des Sheng (ungereift) Pu Erh und einem butterartigen Geschmacksattribut des Grüntees. 

 

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Was ist eigentlich Shu Pu Erh?

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LTC-Gong-Ting-2009-blogIn Chinesisch, "Shu" bedeutet "gekocht" oder "gereift". 

Um Shu Cha herzustellen wird der Mao Cha (grüne Pu Erh) gestapelt, mit Wasser besprüht und dann mit einer Plane abgedeckt. Unter diesen Bedingungen findet die Fermentation statt. Es dauert ca. 45 Tage. Die Blätter entwickeln sich von Grün zu Braun und die Infusion von gelb-orange zu rotbraun. Um diesen Fermentationsgrad zu erreichen dauert es ca. 5 bis 10 Jahre nach der Hong Kong-Reifungsmethode und über 50 Jahre bei der natürlichen Lagerung.

 

Obwohl Shu Cha schon in den 1970er Jahren erschien, haben sich der Markt und die Methoden seitdem viel verändert und der heutigen Shu Cha ist ganz anders als der, der in der Vergangenheit produziert wurde.

 

Vor vierzig Jahren konzentrierte sich der Markt vor allem auf Hong Kong, wo der lokale Geschmack seit Generationen zu alten Pu Erh und dunklen Tees neigt. Daher wurde Shu Cha so entworfen, um die traditionelle Lagerung in Hongkong zu imitieren. Shu Cha war damals nur leicht fermentiert und wurde bevorzugt für einige Jahre gelagert, um die Entwicklung der typischen charakteristischen Aromen von altem Pu Erh (wie dem Januar Pu Erh) zu ermöglichen.

 

Die 1990er Jahren markierten einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte des Pu Erh-Tees, denn es fand die Öffnung des Marktes statt (zuvor ausschließlich vom Staat kontrolliert) und es folgten zahlreiche kleinere Privatproduzenten in Yunnan. Mit der plötzlichen Erneuerung des Interesses an dieser Tee-Kategorie entwickelte sich schnell ein neuer Markt. Zuerst in Yunnan, dann überall in China und allmählich in dem Rest der Welt. Es ist eine wahre Revolution, die diesen Teil der Teegeschichte wieder lebendig machte sowie den "Hongkong-Geschmack" und die Idee des Gelagerten wieder hervorbrachte. Jedoch nur sehr wenige der neuen Kunden, die diesen Tee entdeckten oder die jungen Produzenten in Yunnan, verstehen was die Bedeutung hinter der Kultur der gelagerten Tees ist.

 

Sollte die in den 1970er Jahren in Yunnan entwickelte Nach-Fermentationstechnik dem alten (gelagerten) Pu Erh seine markenkennzeichneten Aromen geraubt haben, so wäre der heutige Shu Cha eine komplett neue Ergänzung in der Familie des Pu Erhs. Der Fermentationsgrad der heutigen Shu Cha wurde viel höher angesetzt, um den sehr dunklen Pu Erh zu erzeugen, welcher vollständig fermentiert und sofort „trinkbar“ ist. Jedoch wurden die Technik und die Qualität der Rohstoffe angepasst, um noch „reinere“, geschmeidigere und ansprechendere Produkte zu erhalten. 

 

Die Infusionen die der neue Tee hervorbringt haben einen neueren, flexibleren und stabileren Charakter, aber auch flacher und monoton. Dieser Charakter bildet einen gigantischen Unterschied zu der Welt des Hong Kong gelagerten Pu Erhs. Jedoch um von der Tradition des Hong Kong gelagerten Pu Erh Model frei zu brechen, wurde die Fermentationstechnik neu interpretiert. So resultierte aus den neuen oder verschiedenen Methoden ein Spektrum von Shu Chas mit unterschiedlichen Charakteren.   

 

Unser Pu Erh des Monats Februar wurde in 2009 hergestellt. Er ist ein gutes Exemplar des zeitgenössischen Shu Chas. Er wurde von Lan Ting Chun - einer kleinen Teefabrik in Yong De (Lincang) entwickelt. Lan Ting Chun ist eine der ersten Privat-Teefabriken, die fermentierte Pu Erhs (Shu Cha) in den 1990er produzierte.  

 

Die Teeblätter wurden im Spätherbst innerhalb des Yong De Gebieest geerntet und die erstklassig qualitativen (aus der Tribut-Klasse) Blätterknospen und jungen Blätter ergeben schön konzentrierte Aufgüsse, mit reichlichem Geschmack in der zeitgenössischen Richtung. 

 

 

 

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Was wäre ein Hybrid zwischen Shu und Sheng Pu Erh?

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Ist das so, dass in der Welt des Pu Erhs nur Sheng und Shu Cha geben? Konnte es auch möglich sein, etwas dazwischen zu geben, wie ein Hybrid? 

Endlich haben wir unser neues Projekt - Pu Erh des Monats - angefangen. Es war eine unerwartete ewige Zeit Verspätung mit der Lieferung. Aber jetzt... sie sind endlich da. 

Zu Beginn unserer Reise lassen Sie uns mit der Geschichte des Shu Chas anfangen.

 

Ursprünglich waren alle Pu Erhs aus Yunnan grün. Also roh, nicht-gereift und nicht fermentiert. Dann wurden sie in Hong Kong gelagert, um zu sagen "weiter entwickelt", bis sie den spezifischen Geschmack oder Reife erreicht hatten. Dieser Geschmack ist der sogenannte „Hong Kong Taste“. Aber dieser Prozess dauert mindestens 15 Jahre um einen qualitativen guten Geschmack und Textur zu entwickeln, sowie braucht es Platz, Know-how und eine gewisse Geschicklichkeit. Daher gab es ein Bedürfnis einen schnelleren Weg zu entwickeln um ein ähnliches Produkt zu erhalten, welches die Nachfragen befriedigen und die Kosten reduzieren konnte.

Wegen des limitierten Raumes in Hong Kong entwickelten manche Tee-Häuser ihre eigenen Methoden (z.B. die Luftfeuchtigkeit im Raum oder des Tees wurde erhöht) um den Reifeprozess zu beschleunigen. In der 70’er Jahren fingen die Festland Chinesen in Yunnan an zu experimentieren; wie man mit einer industriellen Produktion diese Art des Pu Erhs in kürzerer Zeit produzieren könnte und hatten letztlich eine Methode für Shu Cha gefunden um diesen innerhalb von zwei Monaten herzustellen. So wurde „Shu Cha“ offiziell geboren.

Pu-Erh-des-Jans

Damals waren Shu Pu Erhs nur schwach fermentiert, sehr ähnlich zu den aus dem Hong Kong Lager. Sie sind daher sehr unterschiedlich von den modernen Shu Cha, welche komplett fermentiert sind.

Ähnlich wie der verfeinerte und gereifte Pu Erh haben die Blätter von Shu Cha auch eine sehr dunkle Farbe, wohingegen seine Aufgüsse zwischen rot und braun variieren. Sie habe einen erwärmenden und runden Charakter ohne bitter zu werden. Aus diesem Grund reagierte der Markt positiv auf diese industriell fermentierten Pu Erh - Shu Cha. Auf der anderen Seite bieten die „normalen“ Pu Erhs nach der traditionellen Hong-Kongnesischen Lagerungsmethode eine relative bitterer Geschmacksrichtung und Spuren von Sheng (grün) Pu Erh, welches aber zur Persönlichkeit des Tees beiträgt.

Die industriell produzierten Shu Cha wurden ein günstigeres, schnelleres alternatives Produkt gegenüber den traditionell verfeinerten und in Hong Kong gelagerten Pu Erh als ein tägliches und beiläufiges Getränk. 

 

Ein Kenner oder Pu Erh Liebhaber vermisst jedoch diese Feinheiten in den Shu Cha. Diese Art von Fermentation könnte tatsächlich den Charakter des Tees verdüstern, weil Tannin durch die Oxidierung während der Fermentation gesunken ist. Und Tannin ist besonders wichtig für die Entwicklung des Hong Kong Geschmacks, die Textur, den gewissen Touch der Reifung, welches somit den Charme des Pu Erhs verleiht.

Wie ist es dann möglich alle Vorteile zu behalten? Das Geheimnis liegt in der Fermentation. Zum Beispiel: ein Shu Cha der nur teilweise fermentiert ist, kann Potential für eine weitere Entwicklung der Reifung bieten. Dann folgt die Reifung im Lager. Der Prozess ist sehr langsam und braucht viel Achtsamkeit, Pflege und Energie. Mindestens 5 bis 15 Jahre braucht der Tee bis er ein gewisses Qualitätsniveau erreicht. Wenn dieser Reifungsprozess gut abgelaufen ist, belohnt uns der Tee mit einem interessanten Hybriden aus Sheng und Shu.

Das ist der Grund wieso wir diesen Shu Cha Nan Tian aus 1994 für Sie ausgesucht haben. Er wurde 1994 in Yunnan produziert und industriell fermentiert. Dann wurde er vom Nan Tian Teehaus importiert und im Hong Kong Lager für über 20 Jahren verfeinert. Daher behält der Tee nicht nur seine „Lebendigkeit“ von Sheng Pu Erh, die Textur und diesen besonderen Touch der Reifung, sondern auch die seidige Textur und Subtilität von Shu Cha. Man kann sagen: Eine sehr balancierte Kreation mit dem Besten von Shu und gelagerten Sheng. 

 

 

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Gongfu Cha vs. Teezeremonie

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Heute war ein sehr schöner Tag mit ein paar leckeren Tees. Mit einem guten Teefreund haben wir uns über Gongfu Cha und Teezeremonie gesprochen.

Endlich habe ich die richtigen Wörter gefunden um diesen Unterschied zu beschreiben:

Gongfu Cha ist wie die Buchstaben. Und Teezeremonie ist wie ein Gedicht. Kein Dichter kann ein Gedicht komponieren ohne die Buchstaben zu lernen.

Ein gutes Gedicht kann Emotion und Gefühle rüberbringen. Wenn der Gastgeber seine Gäste in die Szene mit einer Tasse Tee einlädt oder rüberbringen kann... ist das Ziel einer Teezeremonie erreicht. Und dieses ist ein Ziel eines Teemeisters.

A beautiful day, a wonderful time trying some teas from Laos with a dear tea friend. The question about Gongfu Cha and tea ceremony was once again our topic.

Finally I found words to describe him my perspective about the difference between these two terms: Gongfu Cha vs. Tea ceremony.

"Gongfu Cha" is like the alphabet. While a tea ceremony is like a poem. No poet can compose a poem without learning alphabet.

A good poem can arouse our emotions... our feelings. If the host can invite their guests with a cup of tea into his scene or bring his ideas over, and at the end celebrating these together is the ideal of a tea ceremony. I think, it is the ultimate goal of a tea master - to be able to express through a simple cup of tea.

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Die Zeichen des Herbstes

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Offiziell fängt der Herbst erst am 22. September an, aber laut dem chinesischen Mondkalender hat der Herbst längst schon begonnen. Wenn ich morgens die Sonnerstrahlen durch das Fenster meines Wintergarten beobachte, steht sie schon ziemlich lang und schräg. Die Temperatur ist momentan sehr angenehm; unter der Sonne ist jedoch immer noch ziemlich warm. Frühmorgens und Abends wird es aber kühl.

Heute morgen habe ich ein Spielzeug, das ich vor Jahren gekauft hatte, ausgegraben. Es ist ein kleines Ton-Gefäß mit einem Holzstab um die trockene Teeblätter über der Holzkohle zu rösten und so das Aroma hervorzuheben.

So habe ich mir heute Morgen den Lao Cong Shui Xian zur Saison-Eröffnung (für mich) gegönnt.

Da morgen auch meine Meditationszeit ist, habe ich schon die glühende Holzkohle für meine Tea-Session in der Zwischenzeit vorbereitet und Wasser auf der Kohle gekocht. Vorsichtig füllte ich eine reichliche Menge für einen Kännchen Lao Cong Shui Xian in das Gefäß ein um es langsam auf der Kohle zu "grillen" oder "rösten". Ein Bisschen wie beim Marschmallow grillen. Es darf nicht zu heiß sein, aber auch nicht zu schwach. Man soll sich konzentrieren und immer das Gefäß zur Nase bringen um das Aroma zu kontrollieren. Als das Aroma in meiner Nase stimmte, habe ich es zur Seite gestellt und das Kännchen erwärmt. Zum Schluss, bevor ich die Teeblätter in das Kännchen umfüllte, erwärmte ich nochmal die Teeblätter kurz auf. Was soll ich sagen… das Aroma hatte die Luft im Raum schon längst gefüllt.

Und dann war der erste Aufguss im chinesischen Herbst so weit.... die erste Tasse Tee... mmm...
Teeleben-0109-1

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Eindrücke vom Čajomír Fest

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Am 21.08.20016 war es endlich so weit. Seitdem ich durch Zufall dieses Teefest vor einigen Jahren entdeckt hatte, wollte ich dieses schon immer  Live zu erleben. Durch Petr Novak hatte ich dann auch den Kontakt zu dem Organisator des Čajomír Fests gefunden.
 
Zu meiner Überraschung feierte Čajomír schon seinen 8. Geburtstag dieses Jahr (2016). Das Konzept ist ein Teetreff für Teeliebhaber aller Art in einer entspannten Atmosphäre unter freiem Himmel im Park Vyšehrad.
 
Die Lokation oder besser der Park wurde in zwei Teile geteilt. Auf der rechten Seite fand der Open-Air Tea Room statt, während auf der anderen Seite ein Markt und kleine Bühne für Teezeremonie, Volkstänze, Tai Chi Vorführung bis Live Bands Platz bot. Aber auch im Open-Air Tea Room  Areal gab es interessante Vorführungen wie Samurai Vorführung mit Schwert oder Musik. Alles in allem in einer sehr entspannten Art.

Für diese Open-Air Teestube sollte man sich am besten erst auf der Homepage registeren. Man kann als Wettbewerber an der "King Čajomír Competition" teilnehmen und Tee servieren, oder einfach als Tee-Gast und Tees der verschiedene Wettbewerber probieren. Wenn man möchte, bringt man einfach sein eigene Picknikdecke und Kissen mit und bleibt bei einem. Man hat alle Freiheiten.


Cajomir-2016Was ich besonders toll finde: man muss kein Teemeister oder Profi sein um sich am Wettbewerb anzumelden. Man braucht einfach die Lust um mitzumachen und kann brühen was einem am besten schmeckt. Den Namen des Tees sollte man bei der Anmeldung angeben. Andernfalls kann man als Tee-Gast seine Stimme für den Lieblingstee oder Wettbewerber geben (bzw. ein Čajomír Sticker auf sein Schield kleben). Und am Ende des Tages gewinnt der den Titel "King Čajomír", der die meisten Sticker bekommt hat. Da man nicht umbedingt Gongfu Cha machen muss, war es richtig interessant diese verschiedenen Arten von Teeservieren zu erleben. Natürlich kann man über die Authensität argumentieren, aber ich denke, das Konzept ist einfach Spaß zu haben, sich inspiriiren zu lassen und mit anderen Teeliebhaber zu treffen.
 
Eigentlich war mein Hauptinteresse die Open-Air Teestube gewesen, als ich aber kurzfristig von Andrzej Bero erfuhr, dass er auch als Aussteller kommen würde, wollte ich auch unbedingt den Markt kennenlernen.
 
Der Markt war etwas vielfältiger als ich es mir vorgestellt hatte. Außer Töpfer und Tees gab es auch noch Chips? Honig? Schmuck? Ein bisschen wie ein Wochenendmarkt. Da ich noch ein paar mehr Töpfer erwartetet hatte, war ich ehrlich gesagt doch etwas enttäuscht. Aber zum Glück war Andrzej Bero da und wir konnten uns endlich persönlich kennenlernen. Es war eine wunderbare Zeit mit ihm und so ist meine Sammlung seiner Werke etwas größer geworden.
 
Wer am Ende "King Čajomír" wurde... leider keine Ahnung, da mein Rückflug am Abend bereits schon gebucht war.
 
Es war ein sehr kurze Aufenthalt in Prag, aber insgesamt hat dieses Fest mir gut gefallen und würde vielleicht beim nächsten Cajomir mitmachen... wer weiß! Hier finden Sie auch einen kurzen Video von unserem Aufenthalt in Prag.
 
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My Tea Ritual

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Picking and making tea from the place where I grow up has become a ritual whenever I manage to come back. This time my sister even managed to get a day off to come with me to the mountain.

We were late for the season. There weren't much left and much were eaten by insects. My sister made quite some sacrifice, as she always attracts mosquitos and was full of bites already after a minute we arrived. But I am glad to hear that she had fun too.

For me, this made this cup of tea even more special. Since there was just a handful, I decided to make the most simple tea by leaving the leaves to wither and simply bake dry it in the end.

As the tea was ready for bake drying, I adjusted my mini-oven to the lowest temperature and off to fetch my laptop. That was a huge mistake. The temperature was still too high and I burnt half of our tea. So I quickly poured the tea out on the table and tried to sort out as many burnt leaves as I could and left about half in the end in the oven to complete drying.

The partially burnt leaves ended in my Gaiwan. Yes, I really couldn't wait to taste it, although I guess I have just "destroyed" this batch. But this cup of tea surprised and amazed us all with its unending aromas and brews. Somehow this burnt flavour wasn't as unpleasant as I expected, but a positive addition to the diversity of tasting experience.

Perhaps, it wasn't just about tea. Often it is about the process, the people and the place - the love and moment that we all share.

HK-TeaRitual-2

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Die hohe Kunst der Teezubereitung - bei der VHS Hochtaunus

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Am vergangenen Samstag (12.03.2016) fand das erste Teeseminar von die Kunst des Tees bei der VHS in Oberusel statt. Dieser Nachmittag war für Tee Neugierige, Einsteiger und Genießer geplant. Es hat mich sehr gefreut, dass unser erster Kurs vollgebucht war. Die Gruppe war sehr gemischt und alle hatten viel Energie und Lust mit in das Teeseminar gebracht. Besser kann man es sich wirklich nicht wünschen. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer. 

An diesem Nachmittag lernte die Teilnehmer nicht nur an Hand einer Präsentation die Kultur und die Kunst der Teezubereitungkennen, sondern sie hatten auch die MögVHS-Bild2lichkeit die Tees nach Gongfu Cha Zubereitungsmethode selbst zu zubereiten und auszuprobieren. Zum Tee hatten wir noch selbst gemachte Kleinigkeiten nach traditionellen Rezepten vorbereitet.

3x verschiedene Tees:

3x verschiedene Kleinigkeiten nach authentischen Rezepte:

  • Walnuss Kekse
  • Erdnuss Puffreis Crisp
  • Sesam Süßreis Bällchen in Kokonuss Mantel

Die 2 1/2 Stunden war sehr schnell rum und das erste Feedback zu unserem Teeseminar war sehr positiv. So fangen wir jetztschon an für das nächste Semester zu planen. 

Diesen Kurs "Die hohe Kunst der Teezubereitung" werden wir sicherlich nochmal anbieten. Neue und weiterführende Kursesind wir noch am planen. Wenn Sie Interesse haben, abonnieren Sie am besten unseren Newsletter oder verbinden sich mit uns über Facebook: https://www.facebook.com/die-Kunst-des-Tees-15107862524/?ref=hl

 

Wir würden uns freuen, Sie demnächst auch persönlich kennenlernen zu dürfen. 

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Verlängerte Ziehzeit?

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Für den Geschmack des Tees wissen wir alle, dass neben Wasserqualität und Temperatur die Rolle der Ziehzeit extrem entscheidend ist. Aber entspannt sollte man trotzdem bleiben. :)

Gestern hatte ich einen Lao Cong Shui Xian in der Tasse. Es war nicht wirklich eine Tea Session, wo ich meditiere. Aber ich hatte Lust diesen Tee in etwas höherer Dosierung (Wasser : Tee = 65ml : 7g) zu probieren. So habe ich mich hingesetzt, Wasser auf dem Gasstövchen gekocht und versuchte mich zu konzentrieren. Mein Kopf war leider zu aktiv und die Gedenken kreisten. Es war einfach nicht möglich abzuschalten. Trotzdem habe ich den Tee brav 7 Mal aufgegossen und der Tee hatte kein Problem durchzuhalten. Das Geschmackerlebnis war durchgängig gut und sein gerösteter Charakter war angenehm, süßlich und sehr geschmeidig, aber der entscheidende WOW-Effekt, weshalb ich mich damals entschieden hatte, fehlte. Der Tee war etwas zurückhaltend. Man hatte ein Gefühl, dass noch etwas hinter der Fassade schlummerte. Obwohl ich schon bei 7 Aufgüssen war, habe ich trotzdem das Wasser für den 8. eingegossen und den Tee während meiner Mittagzeit ziehen lassen.

Ich habe etwa 1 Stunden Mittagpause gemacht. Eine verlängere Ziehzeit mache ich gerne, einfach um den letzten Tropfen zu gewinnen. Ich finde es immer so Schade, jedes Mal die aufgegossenen Teeblätter wegzuschmeißen, egal wie viele Aufgüsse ich davon schon getrunken habe.

Naja... zurück zu meinem "letzte Aufguss". Ich kam zurück, habe den Tee ohne große Erwartung in die Tasse gegossen, dann einen kleinen Schluck. Wie gewöhnlich schloss ich meine Augen und versuchte diesen Tropfen mit voller "Konzentration" zu schmecken und vielleicht in Erinnerung zu prägen.

Dann... wow.. nein.. war jemand da und hat meinen Tee gewechselt? Nein, es kann einfach nicht sein, weil ich die einzige im Haus war. Der Tee hat sich total verändert, transformiert. Die Tasse war süß nach Rosinen, blumig, gereift, Rosenwein... JA!! Genau... das war der Grund wieso ich mich in diesen Tee verliebt hatte.

Danach hatte ich noch mindestens 4 oder 5 weitere Aufgüsse, jeweils mit einer sehr langen (über 20 Min oder länger) Ziehzeit. Und jedes Mal kam der Effekt wieder. Bis zu dem letzten Aufguss hatte ich immer noch das Gefühl, dass ich noch einen weiteren haben könnte. ;)

LaoCong-ShuiXian-Blog-3

Ich glaube der Grund dafür war,  dass nach 7 Aufgüssen der Tee schon komplett "ausgewaschen" war. Alles was raffiniert war, konnte endlich ans Licht kommen. Da die Aufgüsse länger wurden, hatte ich die Temperatur stark reduziert. Aromen sind sehr von der Temperatur abhängig und viele feinere zeigen sie sich nur in dem kälterem Temperaturbereich.

Es lohnt sich mit den Ziehzeiten selbst zu experimentieren.

Heute habe ich dieser Lao Cong Shui Xian noch einmal in die Tasse gegossen und detailierte Notizen gemacht. Aber eines sollte man nicht vergessen; die Empfindung des Geschmacks variert von Mensch zu Mensch. Daher sollte man nicht versuchen, den Geschmack den ich beschrieben habe in gleicher Intesivität zu suchen. Mit einem offenen Herzen der Tasse Tee zu begegnen ist der beste Weg um den Tee zu genießen und erleben zu können.

Noch ein Hinweis, man sollte sich Zeit lassen. Den Abstand zwischen Aufgüsse ist wichtig um den Nachgeschmack entfalten zu lassen und wahrzunehmen.

Lao Cong Shui Xian: 7g / 65ml
1. Aufguss - erwärmen
2. Aufguss - 30" / 95°C
3. Aufguss - 1' / 95°C
4. Aufguss - 1' / 95°C
5. Aufguss - 3'30" / 95°C
6. Aufguss - 4'30" / 95°C
7. Aufguss - 6' / 90°C
8. Aufguss - 20' / 90°C (danach lassen Sie den Tee so lang Sie Zeit haben, einfach entspannen und die Zeit vergessen)

Viel Spaß!!!!

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Das Geheimnis des Wuyi Tees / Felsen-Tees / Yan Cha

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Wie die Überschrift schon vermuten lässt, gibt es keinen eindeutigen Begriff für diese Teegruppe. Vielmehr ist es eine Ansammlung von Begriffen und so ist mittlerweile Wuyi-Tee, Steintee, Felsen-Tee, Rock Tea oder auch Yan Cha kein Fremdwort mehr für Teeliebhaber. Das gleicht gilt für die Assoziation seines Herkunftgebietes, über das es zahlreiche Bilder dieser malerischen Gegend im Internet gibt. Jeder der Felsen-Tee gehört hat, kennt sicherlich auch Da Hong Pao - das Markenzeichen des Felsen-Tees. Die Legende über diesen Tee? So glaube ich, ist auch nicht mehr neu für alle Felsen-Tee Liebhaber. Also was kann man von diesem Artikel erwarten? Wieso setze ich mich mit einem Thema auseinander, was anscheinend schon ziemlich weit verbreitet ist? Eine gute Frage.

Egal ob man Felsen-Tees kennt, verkostet hat oder nicht: man kann durch die Vielzahl an Informationen und Angeboten leicht die Orientierung verlieren. Zum Beispiel gibt es viele verschiedene Varianten von Da Hong Pao. Alleine bei der Kunst des Tees gibt es schon drei unterschiedliche. Im Vergleich zu anderen ist es nur ein sehr kleines Sortiment. Da Hong Pao ist nicht der einzige Tee aus Wuyi oder in diese Kategorie einzuordneten Tees. Sicherlich aber einer der meist gehörten Namen aus diesem Gebiet oder der Felsen-Tee-Kategorie. Daher versuche ich in das Konzept der Wuyi-Tees etwas mehr Klarheit zu schaffen.

 

Wo ist der Ursprung des Wuyi-Tees?Wuyi_Pic-5

Wuchs Tee schon immer im Wuyi Gebiet oder hat jemand Teesträucher explizit dort angepflanzt? Theorien über den Ursprung des Tees gibt es viele. Bis jetzt streiten immer noch Wissenschaftler über den ultimativen Ursprungsort: Yunnan oder Assam. Könnte es auch sein, dass es mehr als einen Ursprungsort gibt? Zahlreiche Beweise zeugen von einer Zivilisierung der Region vor ca. 4000 Jahren. Eindeutige Beweise bieten z.B. die Hängenden Särge aus der Zeit der Streitenden Reiche um 300 v. Chr., die es immer noch heute an mehreren Orten in Wuyishan zu sehen gibt. Und wie sah es genau mit dem Tee aus?

Im 17. Jahrhundert ordnete der schwedische Naturforscher, Carl von Linné, Tees aus China in zwei Kategorien ein. Die großblättrigen Teebäume als Mutant aus Yunnan und die kleinblättrigen Teebäume als Mutant aus Wuyi. So ist seiner Meinung nach Wuyi der Ursprungsort für Teebäume mit kleineren Blättern, wie Jin Jun Mei (Schwarztee aus Wuyi) oder Grüntee Variationen, wie Longjing. 

 

Also was bedeutet das Gebiet Wuyi für unsere Teekultur?

Wie bei vielen Dingen gab es natürlich auch viele Höhen und Tiefen in der Geschichte des Wuyi-Tees. Tee wurde schon in der Tang Dynastie hergestellt und zwar nicht mehr nur als Kräuter oder Medizin Tee, sondern auch für den Genuss. Damals sah Tee ganz anders aus und Oolong hatte das Tageslicht der Welt noch nicht entdeckt. Es gab weder Oxidierung / Fermentierung noch „Kill Green“. Die gepflückten Teeknospen wurden sofort in die Formen gefüllt, bedampft und danach über Feuer getrocknet. Zum Servieren wurde der Tee in Stücke gebrochen, zermahlt und in kochendem Wasser gekocht. Es war mehr ein dicker Brei als Tee und wurd daher auch als „Brei Tee“ bezeichnet. Wachs-Tee war eine andere Name für diesen Tee und vielleicht heute schwer vorstellbar, wurde dieser sehr von Beamten und Adligen geschätzt. 

Richtig bekannt wurde das Wuyi-Tee-Gebiet erst in der Song Dynastie. Ein Literaturstück aus dieser Zeit „Eine kurze Abhandlung über Tee 大觀茶論“ - geschrieben vom Kaiser Song Hui Zong 宋徽宗 - machte Tee aus Wuyi extrem populär. Nicht nur das, der Tee wurde auch in hunderten von Gedichten genannt und gelobt. Zwar ist immer noch nicht der Tee, den wir heutzutage kennen, aber der hoch gelobte Ruf über dieses Anbaugebiet mit seinen wunderschönen Landschaften, der hohen Kunst seiner Herstellung und dem verweilenden Geschmack des Tees ist geblieben. Und diese m Teil äußeren Umstände sind schwer zu ersetzen, um den gleichen Tee an einem anderen Ort herzustellen.  Dragon_Pheonix_Tuan_Cha-1

In der Song Dynastie war auch die Blühzeit der Teekultur. Der bekannteste Teegarten von damals hieß „Beiyuan (北苑)“ und war besonders beliebt bei der Königsfamilie. Daher produzierte dieser Teegarten ausschließlich nur für die Königsfamilie. Der Tee hatte schon damals viele Namen: Beiyuan Tribut Tee 北苑贡茶 (nach dem Teegarten), Jian Cha 建茶 (nach dem Gebiet) und Drachen/Phönix Tuan Cha 龍鳳团茶 (nach seiner Herstellungsart und Form).

Die Herstellung dieses Tuan Cha (团茶) war extrem kompliziert. Nur die jüngsten Teeblättersknospen wurden gepflügt, nach Standard sortiert und genau die selben Größe haben. Sie waren so zart, dass man sie sogar im Wasser frischhalten musste um der Austrocknung vor dem nächsten Schritt vorzubeugen. Dann wurde die frische Teeblättersknospen in eine Phönix Dou Cha in Song Dynastie oder Drachen-Motiv-Form gefüllt und gedampft. Die Feuchtigkeit wurde anschliessend über ganz schwachem Feuer entfernt. Diese Tee-Plätzchen (unter 7,6 cm groß) wurden gewachst um die Frische und das Aroma zu erhalten. Abschliessend wurden sie in dünnes Papier eingepackt. Dieser Tee war so hochwertig, dass selbst hohe Beamte je nach Beliebtheit beim Kaiser höchstens eines dieser Tee-Plätzchen im Jahr erhielten. 

Zum Servieren wurde das Plätzchen gebrochen, zermahlt, song_tee_zeremonie_geschirr_1durchgesiebt, geschlagen und serviert. Dieser Servierart nennt sich Dòu chá (斗茶). Sie hatte sich zu einer Mode während dieser Zeit entwickelt und war so weit verbreitet, dass man sogar überall auf der Straße Tee-Wettkämpfe sehen konnte. Diese Tee Kultur ist zwar nicht mehr groß in Mode in China. Aber dank des Buddhismus brachte während der Song Dynastie ein japanischer Mönch namens Eisai auf seinem Besuch in China diese Methode zurück in seine Heimat. Dort wurde diese Teekultur mit der Verbindung zu Zen weiter verfeinert und zur Teezeremonie entwickelt und praktiziert.

So lässt sich die sehr wichtige Rolle von Wuyi in der Teekultur und Geschichte einordnen.

 

Bis jetzt fragen Sie bestimmt: Was hat das eigentlich mit dem Felsen-Tee zu tun, den wir heutzutage kennen? Wann kommt dieser eigentlich ins Spiel?

Obwohl die Geschichte des Teegenuss in China (ab 220 n. Chr.) schon knapp 1800 Jahre alt ist, erscheinen die sechs großen Tee-Kategorien aber erst zwischen 1368 und 1700 während der Ming und Qing Dynastie. Oolong bzw. Wulong hat sogar die jüngsten Geschichte und wurde erst ca. 1725 in Fujian erfunden. Oolong bzw. Wulong bedeutet im chinesischen „Schwarzer Drache“ und passt zur Beschreibung der Form des Wuyi Oolongs oder Felsen-Tees.

Die Legende über Da Hong Pao haben Sie wahrscheinlich schon aus verschiedenen Quellen gelesen, daher möchte ich sie hier auch nicht mehr im Detail wiederholen. Daher lege ich meinen Fokus auf das Konzept der Felsen-Tees und Da Hong Pao, um dieses  besser verstehen zu können.

 

Was meine ich mit dem Konzept des Felsen-Tees und Da Hong Pao?

Wuyi_Pic-2Als erstes möchte ich den Begriff Felsen-Tee (in Pinyin - Yan Cha) erklären. In Chinesisch, „酽“ und „岩“ haben einen sehr ähnlichen Klang - Yan. Die beiden Wörter haben aber eine komplett unterschiedliche Bedeutungen. „酽“ ist ein Adjektiv - stark, konzentriert, kräftig, intensiv und schwer. „岩“ ist ein Substantiv - Felsen. Obwohl die beiden ganz anders sind, passen sie aber sehr gut zu der Beschreibung dieses Oolong-Tees.

Heutzutage wird er nur noch Felsen-Tee (岩茶) genannt, weil es einfacher zu assoziieren ist, und natürlich auch leichter zu merken und zu schreiben ist. Wenn man aber von Felsen-Tee redet, sollte man auch die Teesträucher meinen, die zwischen den Felsen wachsen.

Es gibt zwei Gebiete in Wuyi:

  1. 1. Wuyi Felsen Gebiet ca. 70km2 (innerhalb der Naturschutzgebietes und UNESCO Weltkulturerbe);
  2. 2. Außerhalb des Naturschutzgebietes, aber innerhalb des Wuyi-Gebietes.

Des Weiteren wird nach der Lage der Teegärten, bei denen es drei Kategorien von Wuyi-Oolong Tees gibt, unterschieden:

  1. 1. Zhèng yán (正岩) - zwischen oder auf den Felsen innerhalb des Naturschutzgebietes (höchste Qualität)
  2. 2. Bàn yán (半岩) - zwischen oder auf den Felsen außerhalb des Naturschutzgebietes (zählt zu Felsen-Tees)
  3. 3. Zhōu chá (洲茶) - auf den Feldern (keine Felsen) innerhalb des Wuyi-Gebietes (kein Felsen-Tee)

Ist es inzwischen ein wenig klarer geworden oder die komplette Verwirrung zum Da Hong Pao entstanden?

(Ich hoffe, sind Sie jetzt ein Bisschen klarer im Kopf. )

 

Also, was ist Da Hong Pao? Wie schon erwähnt gibt es verschiedene Da Hong Pao Sorten und mehrere Bedeutungen. Deswegen sollte man die Beschreibungen der jeweiligen Tees vorsichtig lesen. So unterscheidet man bei Da Hong Pao im Allgemeinen vier große Merkmale:

  1. Die Mutterpflanzen von Da Hong Pao Da Hong Pao Mother Trees (image von http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fmisc.home.news.cn%2Fpublic%2Fimages%2Foriginal%2F00%2F12%2F29%2FDA%2FDA.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fbj1h.home.news.cn%2Fblog%2Fa%2F0101000000320340EA922212.html&h=532&w=800&tbnid=XWL_yX1zbsKwGM%3A&docid=rcG2tLrOJ16H5M&ei=11F5Vt6_KoGbsgGG6onwCA&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=4646&page=3&start=39&ndsp=22&ved=0ahUKEwieh8aIy-_JAhWBjSwKHQZ1Ao4QrQMI0QEwOQ)sind sechs Teesträucher (zwei davon sind durch asexuellen Pflanzenvermehrung geboren und nachgepflanzt worden) die auf dem Felsen in Jiǔlóng Kē 九龙窠 wachsen. Die Original-Sträucher sind von Samen gewachsen und daher sind sie auch nicht identisch. Nicht nur die Blätter, sondern die Blühzeiten von diesen vier Teesträuchern sind auch unterschiedlich. Mittlerweile sind sie schon über 350 Jahre alt und seit 2000 sind sie geschützt (Fujian Wuyi Berg Weltkultur- und Naturerbe-Schutzverordnung). Am 03.05.2005 war die letzte Pflückung. 20g davon waren ein Geschenk der Stadt Wuyishan an das Nationale Museum Chinas. Seit 2006 ist die Pflückung von diesen sechs Mutterpflanzen komplett verboten. Das Kultivar der beiden nachgepflanzten Da Hong Pao Sträucher nennt man Běidǒu, weil sie ursprünglich auf dem Běidǒu Fels in Jiǔlóng Kē gewachsen sind. So ist auch dieser Tee-Name - Beidou 北斗 - entstanden.
  2. Reiner Da Hong Pao - laut meinen Quellen gibt es drei Züchtungen, die zu den reinen Da Hong Pao gehören: Qidan 奇丹, Què shé 雀舌 und Beidou 北斗. Reine Da Hong Pao beziehen sich bei der Züchtung auf eine direkt durch asexuelle Pflanzenvermehrung von den Mutterpflanzen von Jiǔlóng Kē gewonnen werden.
  • Qidan 奇丹 - Nach verschiedenen Quellen wurde dieser Tee in 1385 (auch) als Da Hong Pao (Große Rote Robe) geführt. Die Namensumbennung führt auf eine Legende zurück. Der Prüfungskandidat Ding erlitt auf seiner Reise einen Hitzschlag und die Mönche von Tian Xin Tempel retteten ihn mit diesem Tee sein Leben. Nachdem er seine Prüfung bestand, besuchte er den Tempel auf seinem Rückweg. Um Danke zu sagen, wickelte er seine Rote Robe um die Teebäume auf dem Felsen und so enstand der Name für diesen Tee. Jedoch existierten diese Teebäume schon vor dieser Zeit und der Tempel auch. Qidan war der ursprüngliche Name dieser Teebäume. Er beruht auf einer Beobachtung der Mönche bei Sonnenuntergang. Durch die Felsen sahen sie die Teebäume auf den Felsen wachsen, das rötliche Sonnenlicht brachte die schon etwas rötlichen Felsen noch besser hervor und die frischen Teeblätter-Knospen leuchteten in Lila-rot. Dieses überraschende wunderschöne Bild inspirierte die Mönche und so haben sie diese Teebäume Qi (奇): überraschen; Dan (丹): Rot - Qidan genannt. 
  • Queshe 雀舌 - die direkte Übersetzung auf Deutsch ist Spatzenzunge. Dieser Begriff ist kein fremdes Wort in der höchsten chinesischen Qualitäts-Stufe. In dem Fall der Wuyi Tees ist Queshe allerdings ein Name für die Teesträucher und die aus diesen Sträuchern resultierenden Züchtungen. Laut meiner Quelle wurde diese Züchtung in der 80er Jahren erfolgreich von einen der sechs ursprünglichen Da Hong Pao Mutterpflanzen geklont. Weil die Blätter von dieser Mutterpflanze im Vergleich zu den anderen fünf deutlich kleiner und raffinierter geformt waren, hat man damals den Namen “Queshe” gewählt. Queshe Teesträucher haben nicht nur eine niedrigere Produktivität,  sondern werden auch sehr limitiert angebaut und der Tee dieser Sträucher gehört somit zu den teueren Raritäten.
  • Beidou 北斗 - für diesen wunderbaren Tee müssen wir uns bei Yao Yue Ming 姚月明 bedanken. Zwischen 1953 und 1955 besuchte Yao den Wuyi Tee-Experten Wu Jue Nong. Wu entdeckte einen anderen Da Hong Pao auf dem Běidǒu Felsen und schnitt zwei Stiele ab um sie in den Teegarten des Tee-Institutes zu stecken; leider ohne Erfolg. Nach ein paar Jahren schaffte es aber Yao endlich die Züchtung zu klonen. Um Wu ein Gedenken zu setzen, nannte Yao diese Züchtung Beidou. Leider war dieses Experiment nicht autorisiert und so konnte er sein Ergebnis nicht veröffentlich. Auch wegen der Kultur Revolution musste er diesen Plan bis Anfang der 80er verzögern. Aber diesmal konnte er seinen Erfolg veröffentlichen.
  1. Da Hong Pao Mischungen erscheinen wegen des Da Hong Pao‘s Geschmack und Ruf auch auf dem Markt. Die Produktion des reinen Da Hong Pao bleibt trotz der Züchtungserfolge auf Grund der Anbaufläche sehr limitiert. Und so ist Chen De Hua (陈德华)  ein weiterer wichtiger Name in der Wuyi-Tee-Geschichte. Chen ist ein sehr ruhiger aber kluger Mann. Er hatte nicht nur die Vision, sondern auch den Markt sehr gut studiert. Für viele Tee-Trinker in China ist der Ruf der Produkte und die Verpackung sehr wichtig. Sie geben aber auch weniger Achtung auf den Inhalt der Produkte, vielleicht haben sie auch weniger Kenntnisse darüber und daher ist es ihnen weniger wichtig, ob der Tee tatsächlich von den Mutterpflanzen stammt oder nicht. Da es über hunderte verschiedene Teepflanzen-Sorten im Wuyishan Gebiet gibt, hatte er die brillante Idee verschiedene Tee-Sorten zu mischen und die Geschmacksrichtungen und Charaktereigenschaften des Da Hong Pao nach zu ahnen. Diese Idee führte zu einem großen Erfolg. Zwar sollen diese Mischungen den National Wuyi Felsen-Tee Standard (GB/T18745-2006) verfolgen, aber jeder Teeverkäufer oder Bauer hat immer noch seine Freiheit eigene Mischungen herzustellen.
  2. Da Hong Pao als Marktzeichen für Wuyi Tee - ein generelle Begriff / Name für alle Tees die aus dem Wuyishan Gebiet stammen.

 

Fazit

Wie zeichnet sich also ein guter Da Hong Pao oder Felsen-Tee aus? Wichtig ist ein aufmerksames Auge und ein Verständnis, das Namen gerne freizügig vergeben werden, ohne das man sich der genauen Geschichte des Tees und dessen wirklichen Ursprungs sicher sein kann. So vielfältig das Anbaugebiet in Region um Wuyi ist, genauso vielfältig ist seine Herkunft oder es handelt sich gar um eine Mischung, wie die letzten Absätze gezeigt haben. Persönlich würde ich mir wünschen, dass es zu noch viel klareren Abgrenzungen der Namensverwendung und genauen Bezeichnung von Tees gibt. Ein Champagner ist eben nur dann als Champagner seinen Namens Wert, wenn dieser Schaumwein aus der Region Champagne stammt und bestimmten Regeln beim Anbau und Kelterei eingehalten werden. Aber bis dieses für die Welt des Tees gilt, ist sicherlich noch ein weiter Weg und so hoffe ich mit meinen Informationen ein bisschen Klarheit zu der Welt des Wuyi-Tees / Felsen-Tees beigetragen zu haben.

Zum guten Schluss, was macht eine Tasse guten Tee wirklich aus? Was einem am besten schmeckt. Also wünsche ich viel Spaß beim Teegenuß und viele gemütlichen Teezeiten.

 

Bild: Da Hong Pao Mutterpflanze in Jiulong Ke (Quelle: http://bj1h.home.news.cn/blog/a/0101000000320340EA922212.html)

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