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Journey in the tea world


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Teereise 2019

Huangshan

Erster Halt

Huangshan in China - Sich niederlassen und fühlen

Unser erster Halt wird das Huangshan-Gebirge (Gelber Berg) sein, dass sich in der Anhui-Provinz in China befindet. Aufgrund seiner einzigartigen Felsformationen, die vor ungefähr 100 Millionen Jahren während der Quaternären Vergletscherung entstanden sind, ist sie eine der berühmtesten Landschaften Chinas.

Hinzu kommt das Wolkenmeer. Wenn die Wolken sich bewegen und die Spitzen der Felsen über den Wolken stehen, ähnelt der Anblick von Inseln im Ozean. Huangshan begeistert nicht nur Künstler und Dichter, es ist auch ein Zuhause für viele seltene Tier- und Pflanzenarten und ein Paradies für Naturwissenschaftler.

In Bezug auf Tee ist Huangshan berühmt für seine grünen Tees wie Huangshan Maofeng und Taiping Hou Kui, aber auch Hong Cha - Keemum Hong Cha. Hier werden im Frühling vor dem Ching Ming Festival (5. September 2019) nur einmal im Jahr Tees für höchste Qualität geerntet.

Wir werden am 14. April eintreffen und die frische Ernte begleiten und mit lokalen Tee-Experten und -herstellern etwas über ihre Spezialitäten erfahren. Besuchen Sie ihre Teegärten und erfahren Sie, wie diese Tees hergestellt werden und natürlich schmecken.

Darüber hinaus verfügt Huangshan über mehrere Warmwasserquellen, von denen das Wasser das ganze Jahr über bei 42 ° C bleibt. Das Wasser soll Haut-, Gelenks- und Nervenerkrankungen vorbeugen.

Neben dem Besuch von Teegärten und Teeherstellern sollte auch ein Tag zur freien Verfügung stehen. Transport kann arrangiert werden, wenn Sie auf den Gipfel von Huangshan klettern und die Landschaft genießen möchten. Dies ist sehr zu empfehlen, es ist allerdings stark wetterabhängig.

 

Rebeca_YuUnser Tee-Reiseführer: Rebeca Yu

Professionelle Teelehrerin aus Hsinchu (Taiwan), die jahrzehntelang Tee aus praktischer Erfahrung studierte. Wegen Tee zog sie in die Berge von Emei (Hsinchu / Taiwan), um mehr über die Herstellung von Oriental Beauty Tee zu erfahren, und widmet seitdem ihr Leben vollständig dem Tee. Um Tee zu verstehen, wachte sie jeden Morgen vor Sonnenaufgang auf und ging auf den Berg, um wilde oder verlassene Teegärten zu finden, um Tee mit ihren eigenen Händen zuzubereiten. In ihrer Lehre verbindet sie auch Kunst, Geschichte, traditionelle chinesische Bräuche und Weisheiten.

Darüber hinaus ist sie eine leidenschaftliche Köchin und experimentiert gerne mit verschiedenen Lebensmittelzutaten, wobei die Konzepte von TCM, chinesische Traditionen einfließen sowie der Schwerpunkt auf lokalen Bioprodukten liegt.

 

Reisedatum

Ankunft in Huangshan (China): 14. April 2019

Abreise von Huangshan (China): 20. April 2019

 

Prei pro Person: 1200,00 EUR (im Doppelzimmer), für Einzelzimmer fällt ein Aufschlag von 20% an.

Inklusive: Unterkunft, Mahlzeiten, Transport vor Ort in Huangshan, Abholung im Hotel, Teeunterricht-Arrangements

Exklusive: Flugticket nach/von Huangshan und Reiseversicherung 

 

Nantou_Tea_Experience

Zweiter Halt

Nantou in Taiwan - Lernen durch Tun und Sehen

Unsere zweite Station ist Nantou in Taiwan. Aufgrund des einzigartigen geografischen Vorteils, wie der Gebirgslandschaft und der Bodenqualität, ist Taiwan Heimat vieler feiner Oolong-Tees. Ein Hauptunterschied zwischen China und Taiwan besteht darin, dass die Taiwaner sich besonders auf ihre raffinierte Teekulturen konzentrieren und ihr Umweltbewusstsein stärker vorantreiben.

Unter allen Teeproduktionsgebieten in Taiwan hat Nantou die höchste Produktivität. Nantou ist der zweitgrößte Landkreis und liegt im Herzen Taiwans. Der höchste Berg Nantous, der Yu-Berg, ist mit 3.952 Metern der höchste Punkt Taiwans; ca. 83% der Provinz Nantou sind mit Bergen bedeckt.

Einige der Tees stammen vom Dong Ding Mountain im Lu Gu Township und Sanlinxi im Zhushan Township. Diese Gebiete sind besonders für ihre Oolongs bekannt, während der Sun Moon Lake für seine Hong Cha (rote Tees) gerühmt wird.

Wir werden die meisten Zeit an zwei verschiedenen Orten bleiben und Tagesausflüge machen, wie zum Beispiel den Besuch von Teegärten, und wenn möglich, erleben Sie die Teeproduktion von der Ernte bis zum fertigen Produkt. Vielleicht (wetterbedingt) machen Sie sogar Ihren eigenen Tee um ihn nach Hause zu bringen.

 

Mr._Lin_and_wifeUnser Tee-Reiseführer: Herr Lin

Ein lokaler Teemeister und Teilzeitreferent und Tee-„Backberater“ der National Chung Hsing University, Herr Lin, wird unser Führer sein. Er ist ein Experte für über Holzkohle gerösteten Tee, der sich auf die traditionelle Teezubereitung konzentriert, wie Tieguanyin und Dong Ding Oolong. Er widmet sich der Tradition und breitet sein Wissen aus um Teebauern zu motivieren, den traditionellen Stil der Teezubereitung ebenfalls zu bewahren.

Er betont, Tee sei eine kollektive Arbeit von Mensch und Natur. Als Mensch sollten wir die Natur verstehen und danach streben, das Beste aus den Blättern herauszuholen, um so unsere Dankbarkeit zu zeigen. Er wird sein Wissen rund um den Tee mit uns teilen und uns verschiedene Arten der Teezubereitung zeigen, durch Vorführungen, Verkostungen, die uns bei der praktischen Teezubereitung unterstützen.

 

 

Datum 

Ankunft in Zhushan (Taiwan): 20. April 2019

Abreise von Zhushan (Taiwan): 28. April 2019

Bemerkung: Der zweite und dritte Stop ist ein Paket und kann nicht individuell gebucht werden.

 

Emei_Kitchen_RebecaDritter Halt

Emei und Taipeh - Feiern und Teilen

Dies wird die letzte Station dieser Teereise sein und wir werde unsere Tee-Reiseführerin Rebecca Yu wiedertreffen.

Tee wurzelt tief in der chinesischen Kultur. „Tee servieren“ ist eines der grundlegenden Konzepte, um Liebe, Gastfreundschaft und Respekt zu zeigen. Unser letzter Stopp wird also darin bestehen, wie man Tee serviert und wie er in unserer Küche eingesetzt werden kann. Wir werden den lokalen Markt entdecken und gemeinsam Teesnacks herstellen. Gesundes Essen und ein ausgeglichenes Leben waren schon immer ein Teil des chinesischen Lebensstils. Einige dieser grundlegenden Ideen sind verloren gegangen, aber viele sind noch erhalten.

Tee wird häufig auch in der Küche als Zutaten verwendet. Also lassen Sie uns gemeinsam es entdecken und Spaß haben.

 

Datum

Ankunft in Emei (Taiwan): 28. April 2019

Abreise von Taipei (Taiwan): 30. April 2019

 

Preis pro Person: 1500,00 EUR (im Doppelzimmer), für Einzelzimmer fällt ein Aufschlag von 20% an.

Inklusive: Unterkunft, Mahlzeiten, Transport vor Ort in Taiwan, Abholung im Hotel, Teeunterricht-Arrangements

Exklusive: Flugticket nach/von Taiwan und Reiseversicherung

 

*Einen detaillierten Reiseplan pro Aufenthalt wird es vor Ort geben, um flexibel im Programm durch wetterbedingte Änderungen sein zu können. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

 

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Alice im Wunderland - die Suche nach Naturquellen für Tee

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Bei einem „Spaziergang“ durch die Welt des Tees fühle ich mich wie Alice im Wunderland. Denn das Wissen rund um Tee, ist einfach viel zu vielseitig. Bei der Entdeckung findet man fast in jedem Winkel Spaß daran, obwohl man es nie weiß, wo man als nächstes landet und ist freudig gespannt.

Das Wasser ist für Teeliebhaber einer der entscheidenden Faktoren für den Geschmack des Tees. Oft sprechen wir auch von der Lebendigkeit des Wassers, welche eventuell einen direkten Einfluss auf den Tee nimmt. Was bedeutet dies eigentlich? Nach meiner Vermutung handelt es sich bei der Lebendigkeit um den Sauerstoffgehalt im Wasser. Denn meinem Verständnis nach spielt Sauerstoff eine extrem wichtige Rolle für das Schmecken. Zwischen 75% und 95% unserer Geschmackswahrnehmung kommt nämlich durchs riechen. Deshalb schlurft man auch ein wenig um denTee mit Sauerstoff zu mischen und so seine Aromen besser zu entfalten. Daher soll man das Wasser nicht zu oft oder zu lang kochen lassen, da sonst die Lebendigkeit des Wassers sinkt. D.h., durch kochen verliert das Wasser Sauerstoff, welcher natürlich einen Einfluss auf die Entfaltung des Geschmacks hat.

Geschichtlich betrachtet, gab Lu Yu eine sehr allgemeine Regel für die Wasserqualität:  "山水上;江水次;井水下。". Übersetzt: das beste Wasser kommt aus den Bergen; gefolgt von Fluss-Wasser und auf Platz drei ist Wasser aus Brunnen. Ich finde, es gibt noch viel mehr Faktoren, welche den Geschmack des Wassers und somit des Tees beeinflussen können.

Es wird jedem klar sein, dass die Lage der Quelle äußerst wichtig ist. Aber ob man diese allgemeine Regel überall einsetzen kann oder nicht, habe ich ein paar Quellen aus verschiedenen Gebieten und Lagen ausprobiert. Hier ist der Bericht über meine persönlichen Erfahrungen und Vermutungen, woher gewisse Unterschiede kommen können.

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Wasserproben

Zapfstelle in Vogelsberg neben einem Privatweg mit einer Seite Wald und auf der anderen ein Feld
Bach im Odenwald entspringt zwischen Steinen mitten im Wald und das Wasser fließt ganz ruhig aus dem Wasserloch als Bach in Tal (fern von Straßen)
Wolfsbrunnen Odenwald vermutlich das gleiche Quellgebiet wie der Erlenbrunnen, allerdings ist der Wolfsbrunnen etwas höher im Mischwald an einem Forstweg gelegen
Erlenbrunnen Odenwald vermutlich das gleiche Quellgebiet wie der Wolfsbrunnen, allerdings im Tal gelegen, nahe einer Straße und nur durch Bäume (ca. 15m Zwischenraum)

 

Test-Setup

Da ich entweder ein Labor oder technisches Equipment besitze, versuchte ich trotzdem meinen Test in einer weitestgehend kontrollierten Umgebung zu praktizieren.

Im Wald hatte ich schon mit Formosa #18 angefangen und so habe ich diesen Tee auch als Testobjekt genommen.

 

Geschirr

Zum Wasserkochen Zur Verkostung
Tonkanne
Gasstövchen
4x Gaiwan aus Porzellan (80mL)
4x Glas Krug
4x Teetasse aus Porzellan (hochformig) für Wasserverkostung  
4x Teetasse aus Porzellan für Teeverkostung

 

Ziel - Für diese Recherche habe ich zwei Ziele:

  1. Wie unterschiedlich schmeckt das Wasser aus verschiedene Brunnen und Quellgebieten?
  2. Wie geeignet sind diese Wasserproben für unseren Formosa #18 Ruby? (nur um einen ersten Eindruck zu bekommen)

 

Ablauf

Teil 1:

  • Zum kochen benutzte ich eine Tonkanne und Gasstövchen bis das Wasser richtig dampft. Danach wird das Wasser verkostet.
  • Das Wasser wird für ca. 7,5 Min abgekühlt und steht so bereits für die Teeverkostung im nächsten Teil meiner Untersuchung zur Verfügung.

Teil 2:

  • Hier habe ich den Formosa #18, um die Erlebnisse an der Quelle im Wald zu Hause fortzusetzen (oder auch nicht). 1g Tee wird in einem Porzellan Gaiwan mit 80mL abgekühltem Wasser für 1 Minute ziehen lassen. Da ich nur einen ersten Eindruck haben möchte, wurde der Tee nur zweimal aufgegossen. 

 

Ergebnisse

Quellwasser aus dem Vogelsberg:

Vogelsberg ist einer der größten natürlichen Wasserspeicher in Deutschland. Laut der Seite des „Naturpark Hoher Vogelsberg“ hat das Grundwasser aus diese Region eine ausgezeichnete Trinkwassersqualität. Man sollte eigentlich zahlreiche Naturquellen in diesem Gebiet finden, aber leider wurde es an diesem Tag nur eine Zapfstelle. Diese Zapfstelle war gut mit Auto erreichbar und liegt zwischen Wald und Feld.

Das Wasser hat einen neutralen Geschmack, zeigt keine Besonderheiten in seiner Textur ist aber weich und angenehm. Der Tee hat ein sehr balanciertes Geschmacksbild: minzig, malzig, intensiv süßlich mit einem schönen sahnigen Geschmack und duftet nach Orangenschale. Der Nachgeschmack ist angenehm und süßlich.

Bach im Wald (Odenwald):

Dieses „Wasserloch“ war etwas schwieriger zu erreichen. Wir wanderten entlang des Bach und mussten zum Teil klettern. Rundherum waren nur Bäume. Es war herrlich alleine in die Natur abzutauchen. Das Wasser war allerdings nicht ganz so einfach zu sammeln.

Das reine Wasser ist süß, weich, sehr neutral im Geschmack und sehr sehr erfrischend.

Es beflügelt den Formosa #18. Der Tee entfaltet sich prächtig. Dieser minzige, karamell-süße, cremige und blumige Duft breitete sich sofort in den Nasenhöhle aus. Im Gaumen entfaltet sich schichtweise ebenso ein Karamell-süßer weicher Geschmack. Dann kommt eine leicht minzige Schicht, welche von einem blumigen cremigen Aroma begleitet wird, um kurze Zeit später ein kühlendes Gefühl auf der Zungenspitze zu haben.Suche-nach-Teewasser-3

Wolfsbrunnen (Odenwald):

Es führt ein Forstweg an diesem Brunnen vorbei. Er liegt höher als die im Tal führende Straße und ist abgetrennt vom Wald, aber man kann trotzdem den Verkehr ab-und-an hören. Dort haben wir einen schmallen Tisch gefunden: minimalistisch idylisch, aber man kann eine kleine Teepause einlegen. Das Wasser schmeckt leicht mineralisch (nur ganz leicht), etwas härter als vom Bach zuvor, leicht erdig aber süßlich.

Das Erlebnis mit unserem Formosa #18 ist allerdings sehr interessant. Mit diesem Wasser haben wir einmal im Wald (vor Ort) und einmal zu Hause den selben Tee aufgegossen. Vor Ort schmeckte der Tee ausgezeichnet. Extreme blumig und weich, und der Hauch von Orangen war hypnotisierend. Dieses Geschmackserlebnis habe ich nach Wochen noch so klar und deutlich im Kopf.

Der Ergebnis zu Hause ist anders. Ich kann das Wasser nicht sofort verwenden. So vermute ich, dass das Wasser durch lagern seine Lebendigkeit verloren hat. Dieses hat daher einen Einfluss auf den Geschmack des Tees. Im Vergleich duftet der Tee nicht so extreme blumig oder minzig. Obwohl sein Aroma mich immer noch nachwievor an Orange-Schale erinnert und wunderschön blumig und angenehm malzig ist. Was mir noch aufgefallen ist, war die Änderung in seiner Textur. Er wirkt für mich förmiger / trockener; etwas im Gegensatz zu dem weichen Gefühl wie im Wald. Kann das sein, dass in der Natur unsere Sensoren etwas offener und es nicht nur an der Frische des Wassers liegt?

Erlenbrunnen (Odenwald):

Erlenbrunnen und Wolfsbrunnen könnten aus dem selben Quellgebiet stammen, den sie liegen dicht beieinander. Der Unterschied ist, Erlenbrunnen liegt im Tal und dichter an der Straße. Neben dem Brunnen ist ein Restplatz mit Sitzmöglichkeiten unterm Dach. Ein sehr schöner Ort für Wanderer oder Fahrradfahrer zum auffrischen. Es regnete als wir ankamen, daher konnten wir das Wasser nicht wirklich vor Ort verkosten. So haben wir es direkt in den Kanister gefüllt und sind nach Hause gefahren. Das Wasser schmeckt im Vergleich zum  Wolfsbrunnen etwas süßlicher und weicher. Vielleicht weil das Wasser ein paar mehr Gesteinsschichte durchflossen hat?

Der Tee schmeckt süßlich und blumig. Obwohl dieser magische Hauch von Orangen-Schale leicht geschwächt ist und die Geschmacksschichten weniger ausgeprägt sind, schmeckt der Tee eigentlich etwas weicher und cremiger. Wenn man den Vergleich nicht so vorgenommen hätte, wie in diesem Fall, hätte man wahrscheinlich diese feinen Unterschiede nicht gemerkt.

 

Fazit

Abschließend muss ich sagen, dass mir der Formosa #18 am Besten mit dem Wasser aus dem Bach im Odenwald geschmeckt hat. Natürlich lässt sich dies nicht verallgemeinern, da ich nur einen Tee mit den vier Quellen und ein paar Aufgüssen für einen ersten Eindruck getestet habe.
Außerdem merkte ich auch einen deutlichen Unterschied, wenn man das Wasser sofort frisch verwendet. Somit ist das beste Wasser für mich welches am frischesten ist.

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Tee, die Vergangenheit, die Zukunft

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Tee für mich ist wie ein Fenster oder eine Tür. Und diese kann man nach innen, aber auch nach außen öffnen. Manchmal dient Tee auch als Brücke zwischen Menschen, Kulturen, Länder und Zeiten.

Ich suche gerne nach dem Ursprung jeder Teesorte, seine Geschichte und Legende! Wir bauen alle auf der Geschichte auf; so entwickelt sich unsere Zukunft. Auf der anderen Seite beobachte ich auch gerne die neue Generation. Heutzutage drehen wir alle sehr um unsere neue Generation. Egal in welcher Industrie, Kinder sind unsere höchsten Priorität und wir werden fast histerisch, wenn es um die Gesundheit des Kindes geht. Ansich ist Tee ein gesundes Getränk. Aber für ein kleines Kind könnte es zu viel Koffein sein. So gibt es auch viele Teemischungen aus Früchten, Roibusch und Kräuter.

In unserer Kultur war Tee schon immer da und ich kann mich nicht wirklich erinneren, wie mein Leben ohne dieses Getränk war. So habe ich meine Mutter gefragt, wie es damals bei uns und als sie klein war. Sie erzählte, früher war alles ganz normal und es gab auch keine "klare Regel", wann das Kind Tee trinken darf. Man sagt, Tee kann entfetten, welches nicht wirklich mit "Schlankwerden" zu tun hat. So gibt es Tee immer beim Essen im Dim-Sum Restaurant. Wir nennen dies "Yum Cha". Viele Familien gehen jedes Wochenende zum "Yum Cha". Es ist eine der beliebsten Familien-Wochenend-Beschäftigungen. Es gibt viele gedämpfte Gerichte und auch viele frittierte. Zwar immer nur in kleinen Portionen serviert, man isst aber immer unbewusst viel zu viel. So ist Tee perfekt zur Verdauung. Aber zu Hause trinken wir meistens Tee, wenn wir Gäste haben. Also nicht so oft! Als kleines Kind aßen wir meistens zu Hause, daher war Tee auch mehr für die Älteren. Kinder mussten erst selbständig essen, trinken und laufen können, also ca. 5-6 Jahre alt sein, bevor sie ins Restaurant mitgehen durften. Es war ganz natürlich und selbverständlich; ganz ohne Wissenschaftler oder Ärzte, dass wir in diesem Alter anfingen Tee zu trinken. Daher frage ich mich, wieso es heutzutage immer so kompliziert sein muss!


Bild-1Die erste Erinnerung an Tee von meiner Mutter war im Alter von 5 oder 6 Jahren. Meine Oma arbeitete als eine Tagesmutter und sie hatte dadurch zu Hause immer viele Besucher. Und so stand auch immer eine große Kanne von Lychee Tee. Es war im Sommer. Meine Mutter kam jeden Tag nach der Schule zurück. Man muss wissen, im Sommer ist es bei uns meistens sehr heiß und man ist ständig durstig. Das nächste an was sie sich erinnert, ist nur noch an eine große Schüssel mit leckerem Lychee Tee. :) Es ist eine ihrer schönsten Erinnerungen aus der Kindheit. Sie sagt, es gab damals einen Spruch "Wo es eine gute Tasse Tee gibt, ist wo das Wasser gut heisst ist". Aber die Qualität des Tees war auch damals im Allgemeinen besser. Für mich, ich war wahrscheintlich auch in diesem Alter, als ich anfing Tee zu trinken, gab es eine Tasse Shou Pu Erh. Allerdings, das Essen auf dem Tisch war viel interessanter als der Tee. ;)

In Taiwan fangen die Kinder sehr früh an, die Tee-Zeremonie zu üben. Sie sind vielleicht gerade einmal 5 Jahre alt! Aber andere Länder, andere Kulturen. Für sie ist Tee sicherlich mehr als ein Getränk und es gibt viele Tee-Schulen. Durch "Cha Dao" lernen die Kinder, wie man sich auf ein Ziel konzentriert, Respekt gegenüber der Natur und anderen Menschen, und wie man sich bedankt. Oder einfach als ein gemeinschaftliches Hobby / Aktivität für die Familie.

Auf den Messen in Deutschland sah ich wieder Kinder in diesem Alter. Sie sind hoch interessiert und neugierig, oft kommen sie aus eigener Initiative auf mich meinen Stand zu. Wie Ihr schon von unseren Produkten wisst, wir verkaufen keine Teemischungen oder aromatisierte Tees (außer: Osmanthus Oolong, Jasmin Oolong und Jasmin Perlen), und vermischen sie auch nicht mit Zucker oder Saft. Aber die Kinder waren begeistert und haben sogar die Eltern beeinflusst. Ich glaube, Kinder haben sehr sensible Geschmacksinne und sind meist offen für neue Erfahrungen (wenn man sie lässt).

Letzte Woche war eine Familie mit Kind zu mir gekommen und haben eine Tee-Seminar besucht. Das Kind (sein Alter war sehr schwer zu schätzen, da er  behindert ist) sass neben unserer Teebar auf einem Sessel, wo ich mit seiner Familie das Seminar durchgeführt habe. Ich habe chinesische Musik im Hintergrund spielen lassen und mich mit meinen Seminar-Teilnehmer unterhalten, so wie immer! Ich habe das Kind zwischendurch durch seine Eltern beobachtet, um sicher zu sein, dass es ihm auch gut geht. Obwohl er nicht mitgetrunken hat, wurde er mit jeder Minute immer entspannter. Schließlich hatte er sogar die Augen geschloßen, einfach um die Atmosphäre zu genießen. Erst dachte ich auch, dass er nur zu müde war, aber nein, seine Zeigefinger war in der Luft und hat der Musik gefolgt. Bei unserem letzten Teil habe ich ihn gefragt, ob er auch eine Tasse Tee haben möchte... ihr hättet seine Augen sehen sollen. Sie haben gestrahlt und er hat sich sehr gefreut! Es war eine Tasse Alishan Oolong (geröstet), und er fand der Tee sehr lecker! Dieser Augenblick bedeutet sehr viel für mich, und wahrscheintlich auch für die Familie. Sie haben immer wieder gesagt, dass sie sehr überrascht waren, wie ruhig und entspannt er sich verhielt. Es war vielleicht nicht nur die Musik, denn der ganzen Raum dufte auch nach Tee.

Tee wirkt manchmal viel anders als erwartet und meist total unbewusst. Ich bin davon überzeugt, dass Tee für viele von uns eine ganz eigene Bedeutung hat. Und genau dies macht Tee so speziell.

Lasst Euch Zeit und genießt jeden Moment!

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