Reise in die Teewelt

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Das Geheimnis des Wuyi Tees / Felsen-Tees / Yan Cha

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Wie die Überschrift schon vermuten lässt, gibt es keinen eindeutigen Begriff für diese Teegruppe. Vielmehr ist es eine Ansammlung von Begriffen und so ist mittlerweile Wuyi-Tee, Steintee, Felsen-Tee, Rock Tea oder auch Yan Cha kein Fremdwort mehr für Teeliebhaber. Das gleicht gilt für die Assoziation seines Herkunftgebietes, über das es zahlreiche Bilder dieser malerischen Gegend im Internet gibt. Jeder der Felsen-Tee gehört hat, kennt sicherlich auch Da Hong Pao - das Markenzeichen des Felsen-Tees. Die Legende über diesen Tee? So glaube ich, ist auch nicht mehr neu für alle Felsen-Tee Liebhaber. Also was kann man von diesem Artikel erwarten? Wieso setze ich mich mit einem Thema auseinander, was anscheinend schon ziemlich weit verbreitet ist? Eine gute Frage.

Egal ob man Felsen-Tees kennt, verkostet hat oder nicht: man kann durch die Vielzahl an Informationen und Angeboten leicht die Orientierung verlieren. Zum Beispiel gibt es viele verschiedene Varianten von Da Hong Pao. Alleine bei der Kunst des Tees gibt es schon drei unterschiedliche. Im Vergleich zu anderen ist es nur ein sehr kleines Sortiment. Da Hong Pao ist nicht der einzige Tee aus Wuyi oder in diese Kategorie einzuordneten Tees. Sicherlich aber einer der meist gehörten Namen aus diesem Gebiet oder der Felsen-Tee-Kategorie. Daher versuche ich in das Konzept der Wuyi-Tees etwas mehr Klarheit zu schaffen.

 

Wo ist der Ursprung des Wuyi-Tees?Wuyi_Pic-5

Wuchs Tee schon immer im Wuyi Gebiet oder hat jemand Teesträucher explizit dort angepflanzt? Theorien über den Ursprung des Tees gibt es viele. Bis jetzt streiten immer noch Wissenschaftler über den ultimativen Ursprungsort: Yunnan oder Assam. Könnte es auch sein, dass es mehr als einen Ursprungsort gibt? Zahlreiche Beweise zeugen von einer Zivilisierung der Region vor ca. 4000 Jahren. Eindeutige Beweise bieten z.B. die Hängenden Särge aus der Zeit der Streitenden Reiche um 300 v. Chr., die es immer noch heute an mehreren Orten in Wuyishan zu sehen gibt. Und wie sah es genau mit dem Tee aus?

Im 17. Jahrhundert ordnete der schwedische Naturforscher, Carl von Linné, Tees aus China in zwei Kategorien ein. Die großblättrigen Teebäume als Mutant aus Yunnan und die kleinblättrigen Teebäume als Mutant aus Wuyi. So ist seiner Meinung nach Wuyi der Ursprungsort für Teebäume mit kleineren Blättern, wie Jin Jun Mei (Schwarztee aus Wuyi) oder Grüntee Variationen, wie Longjing. 

 

Also was bedeutet das Gebiet Wuyi für unsere Teekultur?

Wie bei vielen Dingen gab es natürlich auch viele Höhen und Tiefen in der Geschichte des Wuyi-Tees. Tee wurde schon in der Tang Dynastie hergestellt und zwar nicht mehr nur als Kräuter oder Medizin Tee, sondern auch für den Genuss. Damals sah Tee ganz anders aus und Oolong hatte das Tageslicht der Welt noch nicht entdeckt. Es gab weder Oxidierung / Fermentierung noch „Kill Green“. Die gepflückten Teeknospen wurden sofort in die Formen gefüllt, bedampft und danach über Feuer getrocknet. Zum Servieren wurde der Tee in Stücke gebrochen, zermahlt und in kochendem Wasser gekocht. Es war mehr ein dicker Brei als Tee und wurd daher auch als „Brei Tee“ bezeichnet. Wachs-Tee war eine andere Name für diesen Tee und vielleicht heute schwer vorstellbar, wurde dieser sehr von Beamten und Adligen geschätzt. 

Richtig bekannt wurde das Wuyi-Tee-Gebiet erst in der Song Dynastie. Ein Literaturstück aus dieser Zeit „Eine kurze Abhandlung über Tee 大觀茶論“ - geschrieben vom Kaiser Song Hui Zong 宋徽宗 - machte Tee aus Wuyi extrem populär. Nicht nur das, der Tee wurde auch in hunderten von Gedichten genannt und gelobt. Zwar ist immer noch nicht der Tee, den wir heutzutage kennen, aber der hoch gelobte Ruf über dieses Anbaugebiet mit seinen wunderschönen Landschaften, der hohen Kunst seiner Herstellung und dem verweilenden Geschmack des Tees ist geblieben. Und diese m Teil äußeren Umstände sind schwer zu ersetzen, um den gleichen Tee an einem anderen Ort herzustellen.  Dragon_Pheonix_Tuan_Cha-1

In der Song Dynastie war auch die Blühzeit der Teekultur. Der bekannteste Teegarten von damals hieß „Beiyuan (北苑)“ und war besonders beliebt bei der Königsfamilie. Daher produzierte dieser Teegarten ausschließlich nur für die Königsfamilie. Der Tee hatte schon damals viele Namen: Beiyuan Tribut Tee 北苑贡茶 (nach dem Teegarten), Jian Cha 建茶 (nach dem Gebiet) und Drachen/Phönix Tuan Cha 龍鳳团茶 (nach seiner Herstellungsart und Form).

Die Herstellung dieses Tuan Cha (团茶) war extrem kompliziert. Nur die jüngsten Teeblättersknospen wurden gepflügt, nach Standard sortiert und genau die selben Größe haben. Sie waren so zart, dass man sie sogar im Wasser frischhalten musste um der Austrocknung vor dem nächsten Schritt vorzubeugen. Dann wurde die frische Teeblättersknospen in eine Phönix Dou Cha in Song Dynastie oder Drachen-Motiv-Form gefüllt und gedampft. Die Feuchtigkeit wurde anschliessend über ganz schwachem Feuer entfernt. Diese Tee-Plätzchen (unter 7,6 cm groß) wurden gewachst um die Frische und das Aroma zu erhalten. Abschliessend wurden sie in dünnes Papier eingepackt. Dieser Tee war so hochwertig, dass selbst hohe Beamte je nach Beliebtheit beim Kaiser höchstens eines dieser Tee-Plätzchen im Jahr erhielten. 

Zum Servieren wurde das Plätzchen gebrochen, zermahlt, song_tee_zeremonie_geschirr_1durchgesiebt, geschlagen und serviert. Dieser Servierart nennt sich Dòu chá (斗茶). Sie hatte sich zu einer Mode während dieser Zeit entwickelt und war so weit verbreitet, dass man sogar überall auf der Straße Tee-Wettkämpfe sehen konnte. Diese Tee Kultur ist zwar nicht mehr groß in Mode in China. Aber dank des Buddhismus brachte während der Song Dynastie ein japanischer Mönch namens Eisai auf seinem Besuch in China diese Methode zurück in seine Heimat. Dort wurde diese Teekultur mit der Verbindung zu Zen weiter verfeinert und zur Teezeremonie entwickelt und praktiziert.

So lässt sich die sehr wichtige Rolle von Wuyi in der Teekultur und Geschichte einordnen.

 

Bis jetzt fragen Sie bestimmt: Was hat das eigentlich mit dem Felsen-Tee zu tun, den wir heutzutage kennen? Wann kommt dieser eigentlich ins Spiel?

Obwohl die Geschichte des Teegenuss in China (ab 220 n. Chr.) schon knapp 1800 Jahre alt ist, erscheinen die sechs großen Tee-Kategorien aber erst zwischen 1368 und 1700 während der Ming und Qing Dynastie. Oolong bzw. Wulong hat sogar die jüngsten Geschichte und wurde erst ca. 1725 in Fujian erfunden. Oolong bzw. Wulong bedeutet im chinesischen „Schwarzer Drache“ und passt zur Beschreibung der Form des Wuyi Oolongs oder Felsen-Tees.

Die Legende über Da Hong Pao haben Sie wahrscheinlich schon aus verschiedenen Quellen gelesen, daher möchte ich sie hier auch nicht mehr im Detail wiederholen. Daher lege ich meinen Fokus auf das Konzept der Felsen-Tees und Da Hong Pao, um dieses  besser verstehen zu können.

 

Was meine ich mit dem Konzept des Felsen-Tees und Da Hong Pao?

Wuyi_Pic-2Als erstes möchte ich den Begriff Felsen-Tee (in Pinyin - Yan Cha) erklären. In Chinesisch, „酽“ und „岩“ haben einen sehr ähnlichen Klang - Yan. Die beiden Wörter haben aber eine komplett unterschiedliche Bedeutungen. „酽“ ist ein Adjektiv - stark, konzentriert, kräftig, intensiv und schwer. „岩“ ist ein Substantiv - Felsen. Obwohl die beiden ganz anders sind, passen sie aber sehr gut zu der Beschreibung dieses Oolong-Tees.

Heutzutage wird er nur noch Felsen-Tee (岩茶) genannt, weil es einfacher zu assoziieren ist, und natürlich auch leichter zu merken und zu schreiben ist. Wenn man aber von Felsen-Tee redet, sollte man auch die Teesträucher meinen, die zwischen den Felsen wachsen.

Es gibt zwei Gebiete in Wuyi:

  1. 1. Wuyi Felsen Gebiet ca. 70km2 (innerhalb der Naturschutzgebietes und UNESCO Weltkulturerbe);
  2. 2. Außerhalb des Naturschutzgebietes, aber innerhalb des Wuyi-Gebietes.

Des Weiteren wird nach der Lage der Teegärten, bei denen es drei Kategorien von Wuyi-Oolong Tees gibt, unterschieden:

  1. 1. Zhèng yán (正岩) - zwischen oder auf den Felsen innerhalb des Naturschutzgebietes (höchste Qualität)
  2. 2. Bàn yán (半岩) - zwischen oder auf den Felsen außerhalb des Naturschutzgebietes (zählt zu Felsen-Tees)
  3. 3. Zhōu chá (洲茶) - auf den Feldern (keine Felsen) innerhalb des Wuyi-Gebietes (kein Felsen-Tee)

Ist es inzwischen ein wenig klarer geworden oder die komplette Verwirrung zum Da Hong Pao entstanden?

(Ich hoffe, sind Sie jetzt ein Bisschen klarer im Kopf. )

 

Also, was ist Da Hong Pao? Wie schon erwähnt gibt es verschiedene Da Hong Pao Sorten und mehrere Bedeutungen. Deswegen sollte man die Beschreibungen der jeweiligen Tees vorsichtig lesen. So unterscheidet man bei Da Hong Pao im Allgemeinen vier große Merkmale:

  1. Die Mutterpflanzen von Da Hong Pao Da Hong Pao Mother Trees (image von http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fmisc.home.news.cn%2Fpublic%2Fimages%2Foriginal%2F00%2F12%2F29%2FDA%2FDA.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fbj1h.home.news.cn%2Fblog%2Fa%2F0101000000320340EA922212.html&h=532&w=800&tbnid=XWL_yX1zbsKwGM%3A&docid=rcG2tLrOJ16H5M&ei=11F5Vt6_KoGbsgGG6onwCA&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=4646&page=3&start=39&ndsp=22&ved=0ahUKEwieh8aIy-_JAhWBjSwKHQZ1Ao4QrQMI0QEwOQ)sind sechs Teesträucher (zwei davon sind durch asexuellen Pflanzenvermehrung geboren und nachgepflanzt worden) die auf dem Felsen in Jiǔlóng Kē 九龙窠 wachsen. Die Original-Sträucher sind von Samen gewachsen und daher sind sie auch nicht identisch. Nicht nur die Blätter, sondern die Blühzeiten von diesen vier Teesträuchern sind auch unterschiedlich. Mittlerweile sind sie schon über 350 Jahre alt und seit 2000 sind sie geschützt (Fujian Wuyi Berg Weltkultur- und Naturerbe-Schutzverordnung). Am 03.05.2005 war die letzte Pflückung. 20g davon waren ein Geschenk der Stadt Wuyishan an das Nationale Museum Chinas. Seit 2006 ist die Pflückung von diesen sechs Mutterpflanzen komplett verboten. Das Kultivar der beiden nachgepflanzten Da Hong Pao Sträucher nennt man Běidǒu, weil sie ursprünglich auf dem Běidǒu Fels in Jiǔlóng Kē gewachsen sind. So ist auch dieser Tee-Name - Beidou 北斗 - entstanden.
  2. Reiner Da Hong Pao - laut meinen Quellen gibt es drei Züchtungen, die zu den reinen Da Hong Pao gehören: Qidan 奇丹, Què shé 雀舌 und Beidou 北斗. Reine Da Hong Pao beziehen sich bei der Züchtung auf eine direkt durch asexuelle Pflanzenvermehrung von den Mutterpflanzen von Jiǔlóng Kē gewonnen werden.
  • Qidan 奇丹 - Nach verschiedenen Quellen wurde dieser Tee in 1385 (auch) als Da Hong Pao (Große Rote Robe) geführt. Die Namensumbennung führt auf eine Legende zurück. Der Prüfungskandidat Ding erlitt auf seiner Reise einen Hitzschlag und die Mönche von Tian Xin Tempel retteten ihn mit diesem Tee sein Leben. Nachdem er seine Prüfung bestand, besuchte er den Tempel auf seinem Rückweg. Um Danke zu sagen, wickelte er seine Rote Robe um die Teebäume auf dem Felsen und so enstand der Name für diesen Tee. Jedoch existierten diese Teebäume schon vor dieser Zeit und der Tempel auch. Qidan war der ursprüngliche Name dieser Teebäume. Er beruht auf einer Beobachtung der Mönche bei Sonnenuntergang. Durch die Felsen sahen sie die Teebäume auf den Felsen wachsen, das rötliche Sonnenlicht brachte die schon etwas rötlichen Felsen noch besser hervor und die frischen Teeblätter-Knospen leuchteten in Lila-rot. Dieses überraschende wunderschöne Bild inspirierte die Mönche und so haben sie diese Teebäume Qi (奇): überraschen; Dan (丹): Rot - Qidan genannt. 
  • Queshe 雀舌 - die direkte Übersetzung auf Deutsch ist Spatzenzunge. Dieser Begriff ist kein fremdes Wort in der höchsten chinesischen Qualitäts-Stufe. In dem Fall der Wuyi Tees ist Queshe allerdings ein Name für die Teesträucher und die aus diesen Sträuchern resultierenden Züchtungen. Laut meiner Quelle wurde diese Züchtung in der 80er Jahren erfolgreich von einen der sechs ursprünglichen Da Hong Pao Mutterpflanzen geklont. Weil die Blätter von dieser Mutterpflanze im Vergleich zu den anderen fünf deutlich kleiner und raffinierter geformt waren, hat man damals den Namen “Queshe” gewählt. Queshe Teesträucher haben nicht nur eine niedrigere Produktivität,  sondern werden auch sehr limitiert angebaut und der Tee dieser Sträucher gehört somit zu den teueren Raritäten.
  • Beidou 北斗 - für diesen wunderbaren Tee müssen wir uns bei Yao Yue Ming 姚月明 bedanken. Zwischen 1953 und 1955 besuchte Yao den Wuyi Tee-Experten Wu Jue Nong. Wu entdeckte einen anderen Da Hong Pao auf dem Běidǒu Felsen und schnitt zwei Stiele ab um sie in den Teegarten des Tee-Institutes zu stecken; leider ohne Erfolg. Nach ein paar Jahren schaffte es aber Yao endlich die Züchtung zu klonen. Um Wu ein Gedenken zu setzen, nannte Yao diese Züchtung Beidou. Leider war dieses Experiment nicht autorisiert und so konnte er sein Ergebnis nicht veröffentlich. Auch wegen der Kultur Revolution musste er diesen Plan bis Anfang der 80er verzögern. Aber diesmal konnte er seinen Erfolg veröffentlichen.
  1. Da Hong Pao Mischungen erscheinen wegen des Da Hong Pao‘s Geschmack und Ruf auch auf dem Markt. Die Produktion des reinen Da Hong Pao bleibt trotz der Züchtungserfolge auf Grund der Anbaufläche sehr limitiert. Und so ist Chen De Hua (陈德华)  ein weiterer wichtiger Name in der Wuyi-Tee-Geschichte. Chen ist ein sehr ruhiger aber kluger Mann. Er hatte nicht nur die Vision, sondern auch den Markt sehr gut studiert. Für viele Tee-Trinker in China ist der Ruf der Produkte und die Verpackung sehr wichtig. Sie geben aber auch weniger Achtung auf den Inhalt der Produkte, vielleicht haben sie auch weniger Kenntnisse darüber und daher ist es ihnen weniger wichtig, ob der Tee tatsächlich von den Mutterpflanzen stammt oder nicht. Da es über hunderte verschiedene Teepflanzen-Sorten im Wuyishan Gebiet gibt, hatte er die brillante Idee verschiedene Tee-Sorten zu mischen und die Geschmacksrichtungen und Charaktereigenschaften des Da Hong Pao nach zu ahnen. Diese Idee führte zu einem großen Erfolg. Zwar sollen diese Mischungen den National Wuyi Felsen-Tee Standard (GB/T18745-2006) verfolgen, aber jeder Teeverkäufer oder Bauer hat immer noch seine Freiheit eigene Mischungen herzustellen.
  2. Da Hong Pao als Marktzeichen für Wuyi Tee - ein generelle Begriff / Name für alle Tees die aus dem Wuyishan Gebiet stammen.

 

Fazit

Wie zeichnet sich also ein guter Da Hong Pao oder Felsen-Tee aus? Wichtig ist ein aufmerksames Auge und ein Verständnis, das Namen gerne freizügig vergeben werden, ohne das man sich der genauen Geschichte des Tees und dessen wirklichen Ursprungs sicher sein kann. So vielfältig das Anbaugebiet in Region um Wuyi ist, genauso vielfältig ist seine Herkunft oder es handelt sich gar um eine Mischung, wie die letzten Absätze gezeigt haben. Persönlich würde ich mir wünschen, dass es zu noch viel klareren Abgrenzungen der Namensverwendung und genauen Bezeichnung von Tees gibt. Ein Champagner ist eben nur dann als Champagner seinen Namens Wert, wenn dieser Schaumwein aus der Region Champagne stammt und bestimmten Regeln beim Anbau und Kelterei eingehalten werden. Aber bis dieses für die Welt des Tees gilt, ist sicherlich noch ein weiter Weg und so hoffe ich mit meinen Informationen ein bisschen Klarheit zu der Welt des Wuyi-Tees / Felsen-Tees beigetragen zu haben.

Zum guten Schluss, was macht eine Tasse guten Tee wirklich aus? Was einem am besten schmeckt. Also wünsche ich viel Spaß beim Teegenuß und viele gemütlichen Teezeiten.

 

Bild: Da Hong Pao Mutterpflanze in Jiulong Ke (Quelle: http://bj1h.home.news.cn/blog/a/0101000000320340EA922212.html)

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Alice im Wunderland - die Suche nach Naturquellen für Tee

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Suche-nach-Teewasser-4

Bei einem „Spaziergang“ durch die Welt des Tees fühle ich mich wie Alice im Wunderland. Denn das Wissen rund um Tee, ist einfach viel zu vielseitig. Bei der Entdeckung findet man fast in jedem Winkel Spaß daran, obwohl man es nie weiß, wo man als nächstes landet und ist freudig gespannt.

Das Wasser ist für Teeliebhaber einer der entscheidenden Faktoren für den Geschmack des Tees. Oft sprechen wir auch von der Lebendigkeit des Wassers, welche eventuell einen direkten Einfluss auf den Tee nimmt. Was bedeutet dies eigentlich? Nach meiner Vermutung handelt es sich bei der Lebendigkeit um den Sauerstoffgehalt im Wasser. Denn meinem Verständnis nach spielt Sauerstoff eine extrem wichtige Rolle für das Schmecken. Zwischen 75% und 95% unserer Geschmackswahrnehmung kommt nämlich durchs riechen. Deshalb schlurft man auch ein wenig um denTee mit Sauerstoff zu mischen und so seine Aromen besser zu entfalten. Daher soll man das Wasser nicht zu oft oder zu lang kochen lassen, da sonst die Lebendigkeit des Wassers sinkt. D.h., durch kochen verliert das Wasser Sauerstoff, welcher natürlich einen Einfluss auf die Entfaltung des Geschmacks hat.

Geschichtlich betrachtet, gab Lu Yu eine sehr allgemeine Regel für die Wasserqualität:  "山水上;江水次;井水下。". Übersetzt: das beste Wasser kommt aus den Bergen; gefolgt von Fluss-Wasser und auf Platz drei ist Wasser aus Brunnen. Ich finde, es gibt noch viel mehr Faktoren, welche den Geschmack des Wassers und somit des Tees beeinflussen können.

Es wird jedem klar sein, dass die Lage der Quelle äußerst wichtig ist. Aber ob man diese allgemeine Regel überall einsetzen kann oder nicht, habe ich ein paar Quellen aus verschiedenen Gebieten und Lagen ausprobiert. Hier ist der Bericht über meine persönlichen Erfahrungen und Vermutungen, woher gewisse Unterschiede kommen können.

Der-Suche-nach-Teewasser-5a

Wasserproben

Zapfstelle in Vogelsberg neben einem Privatweg mit einer Seite Wald und auf der anderen ein Feld
Bach im Odenwald entspringt zwischen Steinen mitten im Wald und das Wasser fließt ganz ruhig aus dem Wasserloch als Bach in Tal (fern von Straßen)
Wolfsbrunnen Odenwald vermutlich das gleiche Quellgebiet wie der Erlenbrunnen, allerdings ist der Wolfsbrunnen etwas höher im Mischwald an einem Forstweg gelegen
Erlenbrunnen Odenwald vermutlich das gleiche Quellgebiet wie der Wolfsbrunnen, allerdings im Tal gelegen, nahe einer Straße und nur durch Bäume (ca. 15m Zwischenraum)

 

Test-Setup

Da ich entweder ein Labor oder technisches Equipment besitze, versuchte ich trotzdem meinen Test in einer weitestgehend kontrollierten Umgebung zu praktizieren.

Im Wald hatte ich schon mit Formosa #18 angefangen und so habe ich diesen Tee auch als Testobjekt genommen.

 

Geschirr

Zum Wasserkochen Zur Verkostung
Tonkanne
Gasstövchen
4x Gaiwan aus Porzellan (80mL)
4x Glas Krug
4x Teetasse aus Porzellan (hochformig) für Wasserverkostung  
4x Teetasse aus Porzellan für Teeverkostung

 

Ziel - Für diese Recherche habe ich zwei Ziele:

  1. Wie unterschiedlich schmeckt das Wasser aus verschiedene Brunnen und Quellgebieten?
  2. Wie geeignet sind diese Wasserproben für unseren Formosa #18 Ruby? (nur um einen ersten Eindruck zu bekommen)

 

Ablauf

Teil 1:

  • Zum kochen benutzte ich eine Tonkanne und Gasstövchen bis das Wasser richtig dampft. Danach wird das Wasser verkostet.
  • Das Wasser wird für ca. 7,5 Min abgekühlt und steht so bereits für die Teeverkostung im nächsten Teil meiner Untersuchung zur Verfügung.

Teil 2:

  • Hier habe ich den Formosa #18, um die Erlebnisse an der Quelle im Wald zu Hause fortzusetzen (oder auch nicht). 1g Tee wird in einem Porzellan Gaiwan mit 80mL abgekühltem Wasser für 1 Minute ziehen lassen. Da ich nur einen ersten Eindruck haben möchte, wurde der Tee nur zweimal aufgegossen. 

 

Ergebnisse

Quellwasser aus dem Vogelsberg:

Vogelsberg ist einer der größten natürlichen Wasserspeicher in Deutschland. Laut der Seite des „Naturpark Hoher Vogelsberg“ hat das Grundwasser aus diese Region eine ausgezeichnete Trinkwassersqualität. Man sollte eigentlich zahlreiche Naturquellen in diesem Gebiet finden, aber leider wurde es an diesem Tag nur eine Zapfstelle. Diese Zapfstelle war gut mit Auto erreichbar und liegt zwischen Wald und Feld.

Das Wasser hat einen neutralen Geschmack, zeigt keine Besonderheiten in seiner Textur ist aber weich und angenehm. Der Tee hat ein sehr balanciertes Geschmacksbild: minzig, malzig, intensiv süßlich mit einem schönen sahnigen Geschmack und duftet nach Orangenschale. Der Nachgeschmack ist angenehm und süßlich.

Bach im Wald (Odenwald):

Dieses „Wasserloch“ war etwas schwieriger zu erreichen. Wir wanderten entlang des Bach und mussten zum Teil klettern. Rundherum waren nur Bäume. Es war herrlich alleine in die Natur abzutauchen. Das Wasser war allerdings nicht ganz so einfach zu sammeln.

Das reine Wasser ist süß, weich, sehr neutral im Geschmack und sehr sehr erfrischend.

Es beflügelt den Formosa #18. Der Tee entfaltet sich prächtig. Dieser minzige, karamell-süße, cremige und blumige Duft breitete sich sofort in den Nasenhöhle aus. Im Gaumen entfaltet sich schichtweise ebenso ein Karamell-süßer weicher Geschmack. Dann kommt eine leicht minzige Schicht, welche von einem blumigen cremigen Aroma begleitet wird, um kurze Zeit später ein kühlendes Gefühl auf der Zungenspitze zu haben.Suche-nach-Teewasser-3

Wolfsbrunnen (Odenwald):

Es führt ein Forstweg an diesem Brunnen vorbei. Er liegt höher als die im Tal führende Straße und ist abgetrennt vom Wald, aber man kann trotzdem den Verkehr ab-und-an hören. Dort haben wir einen schmallen Tisch gefunden: minimalistisch idylisch, aber man kann eine kleine Teepause einlegen. Das Wasser schmeckt leicht mineralisch (nur ganz leicht), etwas härter als vom Bach zuvor, leicht erdig aber süßlich.

Das Erlebnis mit unserem Formosa #18 ist allerdings sehr interessant. Mit diesem Wasser haben wir einmal im Wald (vor Ort) und einmal zu Hause den selben Tee aufgegossen. Vor Ort schmeckte der Tee ausgezeichnet. Extreme blumig und weich, und der Hauch von Orangen war hypnotisierend. Dieses Geschmackserlebnis habe ich nach Wochen noch so klar und deutlich im Kopf.

Der Ergebnis zu Hause ist anders. Ich kann das Wasser nicht sofort verwenden. So vermute ich, dass das Wasser durch lagern seine Lebendigkeit verloren hat. Dieses hat daher einen Einfluss auf den Geschmack des Tees. Im Vergleich duftet der Tee nicht so extreme blumig oder minzig. Obwohl sein Aroma mich immer noch nachwievor an Orange-Schale erinnert und wunderschön blumig und angenehm malzig ist. Was mir noch aufgefallen ist, war die Änderung in seiner Textur. Er wirkt für mich förmiger / trockener; etwas im Gegensatz zu dem weichen Gefühl wie im Wald. Kann das sein, dass in der Natur unsere Sensoren etwas offener und es nicht nur an der Frische des Wassers liegt?

Erlenbrunnen (Odenwald):

Erlenbrunnen und Wolfsbrunnen könnten aus dem selben Quellgebiet stammen, den sie liegen dicht beieinander. Der Unterschied ist, Erlenbrunnen liegt im Tal und dichter an der Straße. Neben dem Brunnen ist ein Restplatz mit Sitzmöglichkeiten unterm Dach. Ein sehr schöner Ort für Wanderer oder Fahrradfahrer zum auffrischen. Es regnete als wir ankamen, daher konnten wir das Wasser nicht wirklich vor Ort verkosten. So haben wir es direkt in den Kanister gefüllt und sind nach Hause gefahren. Das Wasser schmeckt im Vergleich zum  Wolfsbrunnen etwas süßlicher und weicher. Vielleicht weil das Wasser ein paar mehr Gesteinsschichte durchflossen hat?

Der Tee schmeckt süßlich und blumig. Obwohl dieser magische Hauch von Orangen-Schale leicht geschwächt ist und die Geschmacksschichten weniger ausgeprägt sind, schmeckt der Tee eigentlich etwas weicher und cremiger. Wenn man den Vergleich nicht so vorgenommen hätte, wie in diesem Fall, hätte man wahrscheinlich diese feinen Unterschiede nicht gemerkt.

 

Fazit

Abschließend muss ich sagen, dass mir der Formosa #18 am Besten mit dem Wasser aus dem Bach im Odenwald geschmeckt hat. Natürlich lässt sich dies nicht verallgemeinern, da ich nur einen Tee mit den vier Quellen und ein paar Aufgüssen für einen ersten Eindruck getestet habe.
Außerdem merkte ich auch einen deutlichen Unterschied, wenn man das Wasser sofort frisch verwendet. Somit ist das beste Wasser für mich welches am frischesten ist.

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Tee- und Naturgenuss - Odenwald

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Abenteuer mit Entspannung

Ab in die Natur... mit ganz leichtem Gepäck und einem einfachem Reise-Set und Camping Stövchen sind wir los Richtung Odenwald gefahren. Wir haben von einem Teefreund gehört, es gibt schöne Quellen für Tee; und natürlich müssen wir auch unser Glück probieren.

Mit Hilfe eines Mountain Bikers haben wir über hunderte von Wasserlöcher in Google Map gefunden. Ein echter Wahnsinn! Nein, dass haben wir nicht erwartet. Aber gut, nach unserer

Erfahrung, müssen wir das Wasser trotzdem selber testen. Daher war uns klar, wir müssen das schöne Wetter ausnutzen und spontan ins Auto springen. Und hier ist unser   Tag im Kurzen... :)

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Der Suche nach "Umami"

Omami-Vergleich-2

Gestern war ein interessante Tag. Zusammen mit meinen Kunden suchten wir nach Umami im chinesischen / taiwanesischen Grüntee.

Die Testobjekte waren:

Laut Wikipedia: Umami (jap. 旨味, dt. „fleischig und herzhaft, wohlschmeckend“) gilt neben süß, sauer, salzig und bitter als fünfte Qualität des Geschmackssinns und ist die Bezeichnung für einen vollmundigen Geschmack.

Aus einer englischen Quelle (Taste - What your're Missing by Barb Stuckey), wurde "Umami" in "savory", "meaty", "brothy" und "full" übersetzt.

Das Ergebnis war, obwohl die angebotenen Grüntees gut angenommen wurden, dass nur der Long Jing etwas näher zu diesen Begriff passt. Aber die Kunden haben definitv die neue Naucen entdeckt und waren überrascht.

Also für mich ist Umami nicht wirklich ein klarer und deutlicher Begriff im Vergleich zu "süßlich" oder "salzig". Daher glaube ich, dass es je nach Erfahrung und dem persönlichen Geschmack unterschiedlich von Person zu Person sein kann.

Und der Spaßfaktor beim Vergleich der Teeblätter zwischen den japanischen und chinesischen Tees ist auch sehr unterschiedlich.

Omami_Vergleich_1

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Der Teeweg und das Leben mit Tee

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„Tee ist nicht nur ein Getränk.“ Diesen Satz hört man mittlerweile schon sehr oft und jeder hat seine eigene Interpretation.

Für mich ist Tee ein Lebensstil oder eine Lebenseinstellung, die mir hilft mein Leben so zu führen, wie ich möchte. Seit meiner Reise in eine märchenhafte, fast unechte Teewelt in Taiwan im vergangenen Jahr waren meine Gedanken für eine Weile sehr „verloren“. Man kann es sich so vorstellen,Teeleben-3 als ob man von einem Paradies zurückkehrt und nicht mehr weiß, was man in der Realität wieder anfangen soll, bzw. wie es weitergehen kann. In Taiwan ist die Liebe zum Tee auf einer ganz anderen Ebene. Die Teeliebhaber führen ein Teeleben, welches wir uns in Deutschland nur schwer vorstellen können. Ihr Leben scheint sehr einfach zu sein: sie suchen nach Tee im Dschungel und finden so manchmal verlassene Teegärten oder oft wild gewachsene Teebäume. Gepflückt wird nur so viel wie sie brauchen und der Tee wird selbst hergestellt. Einige stellen ihre Tee-Utensilien selbst her oder bauen sogar mit eigenen Händen ihr Teehaus. Natürlich trifft man sich ab und an mit Teefreunden und tauscht Ideen oder Waren aus, die sie selbst hergestellt haben. Je nach Lust tanzen, singen, musizieren oder malen sie gemeinsam. So ist es nicht schwer vorstellbar, dass ich mich manchmal dort wie in einem anderen Film fühle, der schon vor hunderten von Jahren gedreht wurde. Irgendwie ist es nachwievor für mich nicht vorstellbar, wie man so „sorgenlos“ leben kann. Oder ist es vielleicht einfach nur die Lebenseinstellung, für welche ich/wir nicht mutig genug sind, um sie pflegen.

 

Man sagt, Teetrinken bedeutet einfach etwas (die Tasse Tee) hochzuheben und wieder abzustellen... und dabei ist nichts kompliziert. Kompliziert ist es nur, weil wir es kompliziert machen möchten.

 

Teeleben-4Es ist nichts anderes wie im Leben. Einfach zu schreiben ist schwierig zu praktizieren. Vielleicht haben wir einfach zu viel Angst den Boden unter uns zu verlieren?

Tee in diesem Sinne ist wie einem Medium ähnlich. Nur das Tee ein reales und greifbares Objekt ist, welches uns in die Richtung des „Loslassen“ führen kann oder uns daran erinnert, wie man das Leben etwas langsamer angehen, mehr genießen, sehen und spüren kann.

Ein Leben mit Tee als Mittelpunkt ist eigentlich sehr vielseitig. Manche Sachen haben vielleicht auf den ersten Blick sogar nicht viel direkt mit Tee zu tun, z.B. der allgemeine Verstand über Kunst; denn Kunst kann natürlich alles sein. Die Kernidee ist aber sehr einfach: die Fähigkeit die Arbeit einer anderen Person schätzen zu können.

Die Praktizierung von Tee ist sehr individuell. Das Ziel liegt an einem selbst. Deswegen ist Tee auch ein Weg, er ist ein Prozess; das Ergebnis kommt nur auf den zweiten Platz. Wie man diesen Weg gehen möchte ist die eigene Wahl. Viele von uns möchten nur den kürzten Weg finden und so ist es auch eine allgemeine Mentalität in unserer heutigen Welt. Vielleicht gibt es auch heutzutage deswegen viel mehr Stress, weil Zeit keine Linie (sowie „Timeline“) mehr, sondern ein Punkt ist. Daher muss alles sofort sein. Ist das wirklich gesund für unseren Körper und Geist und hilfreich seinen Teeweg zu finden?

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Meine Sommer Liebe - My Summer Lover

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Oh ja.... es scheint, dass ich schon lange keinen Beitrag mehr auf dieser Seite geschrieben habe. Seit meiner Rückkehr von Taiwan in 2014 habe ich einfach viel zu viele neue Eindrücke und Gedanken gesammelt, welche ich nur schwer in Worte fassen kann.

Immer wieder werde ich nach meinem Lieblingstee gefragt. Diese Frage beantworte ich nicht so gerne, weil ich keine feste Liebe habe… je nach Stimmung, Wetter, Tage, Momente oder einfach Lust, entscheide ich, welcher Tee in meiner Tasse landen soll. So verliebe ich mich in jeden Tee, jede Tasse neu. Momentan bin ich allerdings sehr in alle meine Oriental Beauty verliebt. :)

Inspiriert von diese Gedanken, präsentiere ich das folgende Video - My Summer Lover - Formosa Oriental Beauty.

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Ostersonntag im Ostfriesisches Landesmuseum Emden - Teezeremonie

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Landesmuseum_Ostersonntag_2015Im Februar ging es mit der Planung für unseren Auftritt im Ostfriesischen Landesmuseum Emden los. Eine Sonderausstellung mit dem Titel „Made in China“ über Porzellan und Tee aus China zur Zeit des 18. Jahrhunderts wird dort von März bis August 2015 angeboten. So sind die viele Einflüsse aus damaliger Zeit noch heute – vor allem im Nordwesten der Republik – bemerkbar. Das eine chinesische Teezeremonie ideal in diesem Zusammenhang passen würde war irgendwie klar, aber in welcher Darstellung?
 

Die Planung war daher schon sehr spannend und wir haben an verschiedenen Themen und Stilen uns überlegt. Zum Schluss entschieden wir uns, unsere Gäste auf eine kleine Zeitreise mitzunehmen und auf zwei Zubereitungsarten hierbei zu fokussieren, welche auf der Geschichte des Porzellans und der Entwicklung der Teekultur in China basierten. So boten wir den Museumsgästen die Möglichkeit diese Teekultur Live zu erleben, um während der Präsentation nicht nur Tee in unserer Art zu verkosten, sondern auch die kulturelle Seite der Teezeremonie kennenzulernen und zu sehen, welche Formen es darüber hinaus in China und Taiwan noch gibt. 

Teil 1: Evolution des Teegeschirrs: Chinesischer Oolong (Da Hong Pao #105 - leicht geröstet) Gong Fu Cha Vorführung - mit Yixing Teekännchen

Teil 2: Taiwanesische Teezeremonie: Formosa Oolong (Mi Xiang Oolong aus Formosa) z.B. Tee wird nicht nur getrunken, Riechbecher werden eingesetzt um unserer Geruchssinne zu erwecken.

In den Wochen vor Ostern haben wir dann intensiv zusammen den Ablauf und Gesprächspunkte geübt. Ich bin sehr dankbar, dass mein Mann als mein Moderator mit dabei war, so dass ich mich besser auf die Teezubereitung konzentrieren konnte und auch die Gäste Anhaltspunkte in Form von mir und meinem Mann hatte, wenn es etwas zu hören gab und wann zu sehen. Dadurch war der Fokus leichter gelenkt.

Am Donnerstag fingen wir schon an einzupacken. Es war ein Wahnsinn wie viele Sachen doch am Ende zusammen gekommen sind. Da wir den Gästen ein rund-um hochwertiges Erlebnis bieten wollten, haben wir unser Quellwasser mitgenommen. Wie wir alle wissen, ist die Wasserqualität für Tee sehr entscheidend und so wollten wir auch nicht mit einem anderen Wasser konfrontiert werden.

Da ich schon so früh mit der Vorbereitung angefangen hatte, dachte ich auch, dass ich diesmal endlich besser schlafen sollte.. nein.. diese Aufregung war doch zu groß und seit Gründonnerstag konnte ich nicht wirklich schlafen bis der komplette Auftritt am Ostersonntag vorbei war.

Der Auftritt war wie gesagt am Ostersonntag und ich war so froh, dass wir schon am Samstag losgefahren sind. Der Weg war lang und trotz ohne Stau hatten sich unsere Kilometer auch nach vielen Stunden Fahrt nicht wirklich geändert. Als wir ankamen war es schon fast 17:00 Uhr. Zum Glück schließt das Museum erst um 18:00 Uhr und so konnten wir das Film Kabinett, in dem unsere Teezeremonie stattfinden würde, noch in Ruhe anschauen. So konnte ich „bedenkenlos“ nächsten Morgen bei der Museumsführung von Dr. Kanzenbach teilnehmen und die Ausstellung besuchen.

Obwohl wir beide nicht besonders gut schliefen, wurden wir am nächsten Morgen doch angenehm von dem schönen Wetter draußen geweckt. Trotz des schönen und leckeren Frühstücksbüffet hatte ich nur wenig Hunger. Aber wir waren voller Energie und so sind wir schon um 10.00 Uhr zum Museum gefahren. Bevor die Museumsführung um 11:30 Uhr anfing, hatten wir bereits alles in das Kabinett transportiert. Bis 13:00 Uhr ging die Führung und sie war hoch interessant und für mich die Entwicklung des europäischen Porzellans und Teekultur Geschichte und Einflüsse aus China hautnah zu sehen war sehr besonders.

Um 13:00 Uhr wartete Herr Entelmann, der Organisator der Teezeremonie, schon vor dem Kabinett und half uns beim Aufbau. Als die Zeit näher kam, stieg auch unsere Nervosität. Dank Herr Entelmann, der die Museumsgäste erst vor dem Kabinett sammelte, konnten wir noch ein paar Minuten zu Ruhe kommen.

Das Interesse war groß und zwei Teezeremonien waren komplett ausgebucht. Da wir die Gäste nicht mit Information zu sehr überfordern und auch die Zeit für die Ausstellungen nicht wegnehmen wollten, waren zwei 30-minütige Teezeremonien für jeweils max. 10 Teilnehmer angesetzt. Die Teilnehmer-Gruppen waren sehr angenehm und haben viele interessante und umfangreiche Fragen gestellt. So konnten wir uns neben der Teezeremonie und damit verbundenen Anwendung des Geschirrs, sondern auch über Kultur, Geschichte und sogar Essen unterhalten. Die Gäste waren von dem Geschirr bis zu dem Ablauf der Zeremonie sehr begeistert. Obwohl das Wetter nicht unbedingt ein Museumswetter war, waren sie alle sehr glücklich, dass sie sich die Zeit genommen hatten. Für sie war das Erlebnis mit dem Geschmack und Geruch bewundernswert und faszinierend. Wir sind sich, dass dieser Tag ihnen bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben wird.   

Für uns war definitiv ein sehr produktiver, interessanter und abwechslungsreicher Tag. Das Erlebnis mit den Gästen und vor einer größere Gruppe zu präsentieren und nette Leute kennenzulernen war auf jeden Fall gelungen. Wir werden uns auf jede neue Möglichkeit und Gelegenheit freuen, so etwas wieder zu organisieren und zu präsentieren.

Emder_Zeitung_Seite_5
Emder_Zeitung_07.April_2015

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Was würde die Mutter von Forrest Gump sagen, wenn sie eine Tasse Tee in der Hand hat!!

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Vor wenigen Tage waren wieder Teegäste im Haus von "die Kunst des Tees" und besuchten meine Teeseminar. Sie hatten als Weihnachtsgeschenk einen Voucher bekommen und wollten sich "etwas" über Tee informieren. Jedes meiner Teeseminare und Teezermonien - die in meinem Teestudio veranstaltet werden - sind exklusiv jeweils für die Gastgruppe, die es gebucht haben. So mische ich nicht unterschiedliche Gruppen und kann gezielter auf den Personenkreise - der sich bereits kennt - eingehen. Daher frage ich vorher gerne nach der Geschmacksrichtung meiner Gäste, damit ich die Stunden geschmacklich und auch die Struktur des Teeseminars bzw. Teezeremonie noch besser anpassen kann.

In unserem Telefonat erhielt ich die Information, dass meine Gäste Grüntee bevorzugen. So plante ich natürlich nach ihrem Wunsch. Aber was hat die Mutter von Forrest Gump mit diesem Beitrag bzw. Teeseminar zu tun? Emmm... ich glaube, viele von Euch hatten wahrscheinlich schon von den Film "Forrest Gump" gehört, gesehen und / oder vielleicht das Buch gelesen. Wenn nicht, ist auch nicht schlimm, der Film ist übrigens schon ziemlich alt und stammt von 1994. Er ist sehr empfehlenswert und ist einer meiner Lieblingsfilme.

Einer der bekanntesten Sprüch aus Forrest Gump ist "Meine Mama hatte immer gesagt, das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiß nie, was man bekommt." Ich war eine Jugendliche, als der Film ins Kino kam. So kann ich mich nicht an den ganzen Film im Detail erinnern, aber diesen Satz vergesse ich nie, weil ich ihn nie 100% zustimmen kann. Die Zutaten stehen doch fast immer auf der Rückseite der Schachtel, also... wieso kann man es vorher nicht wissen, was man bekommt? Ich schaue immer erst auf die Rückseite und suche dementsprechend meine Lieblingspraline aus. :p Aber was ich der Mutter auf jeden Fall zustimmen kann, ist dass, das Leben immer voller Überraschungen ist. Und diese finde ich definitiv immer wieder in einer Tasse Tee. Und so waren auch die Teegäste an jenem Tag sehr überrascht, was sie alles erleben können.

Wie Ihr wahrscheintlich schon ahnt, eröffnete ich unsere gemeinsamen Teestunden mit einem Grüntee. Erste Tasse... zweite Tasse.. dritte Tasse, ich merkte an der steigenden Spannung und den Gesichtern meiner Gäste, da stimmt irgendetwas nicht! Etwas sehr fremd, ungewöhnlich, aber auch skeptisch. Dies war mich etwas befremden. Zwar sind Geschmäcker sehr oft unterschiedlich, es gibt aber auch Tees bei denen man eigentlich nichts falsch machen kann, wenn man die Teerichtung kennt. So war es für mich sicherlich sehr fremd, die etwas zweifelnden Gesichter zu sehen. Auf der anderer Seite merkte ich aber auch, dass die Gäste versuchten meinen Geschmackshinweisen zu folgen; sie waren aber skeptisch. So fragte ich sie noch mal, was sie zu Hause normalerweise trinken. Ein Gast erzählte, dass sie gerne Rooibsch Tee trinkt und mal (aber es hörte sich eher selten an) eine Tasse Grüntee. Der andere Gast sagte, dass er Matcha trinkt, aus gesundheitlichen Gründen. Dann war mein aller erster und unangenehmer Moment des Schweigens gekommen. Vielleicht könnt Ihr wahrscheintlich jetzt meinen Gedanke spüren. Ich musste schnell aus dieser Situation herauskommen....

Erstens: Chinesische Grüntees sind sehr unterschiedlich im Charakter im Vergleich zu den japanischen, weil die Herstellungsprozesse sehr sehr verschieden sind. Matcha ist sehr intensiv und wenn man ihn z.B. mit Maofeng vergleicht? Das Ergebnis wird so oder so sehr unfair für beide Tees sein.

Zweitens: Rooibusch und aromatisierte Tees? Emm... im Vergleich zu klassischen Tees, welche komplett ohne Zusatzstoffe oder beigefügte Geschmacksrichtungen auskommen?... Emm... sie gehören zu einer anderen Teewelt.

Die Gäste waren auch ein bisschen frustiert, wahrscheinlich weil sie die von mir beschriebene Geschmäcker nicht wirklich herausschmecken oder wahrnehmen konnten. Und merkten, dass sie von der Teewelt, die ich ihnen an diesem Tag präsentieren wollte, nicht wirklich kannten und wahrscheinlich auch nie Berührungspunkte hatten. Und das von Beginn des Seminars. Aber dafür bin ich da!! ;) So habe ich meinen Plan komplett neu von vorne angefangen. Statt Grüntee habe ich sofort unsere "Anfänger Oolong Sorte" auf den Tisch gestellt: Jade (Cui Yu) Oolong aus Taiwan und Phönix (Fenghuang) Dan Cong aus China zum verkosten; Song Cong Dan Cong und Tie Guan Yin (geröstet) - beide aus China - nur zum schnuppern vorbereitet.

Erstmal durften sie Song Cong Dan Cong und Tie Guan Yin (geröstet) schnuppern... es war wieder ein Schweigen... aber diesmal weil sie so erstaunt waren und ihren Nasen fast nicht mehr glauben konnten, wie sehr ein klassischer Tee ohne allem so gut riechen kann. Sogar als Anfänger konnten sie die Früchte aus der Song Cong Dose einordnen und die wunderbare süßliche Note durch Röstung aus der TGY (geröstet)  wahrnehmen. Sie waren sehr überrascht, weil sie immer dachten, dass Oolong sehr ähnlich wie Schwarztee sein sollte und daher hatten sie sich nie getraut Oolong zu probieren. Und sie hatten natürlich auch nie erwartet, dass die Aroma auch so intensiv und natürlich sein konnten. Es war wie ein Schlag!

Danach konnten wir endlich unsere "echte" Teestunden beginnen! :) Ab diesen Zeitpunkt sprachen wir alle drei die gleiche Teesprache :D Jade Oolong war der erste und ich begleitete sie auf ihrer aller ersten Geschmacks-Entdeckungs-Reise. Dieser Oolong ist sehr geprägt von einer zarten Jasminnote und natürlich auch noch anderen Blumen, wie Osmanthus. Nach dem ersten Schluck... einer hatte schon die Augen geschlossen und das andere Augenpaar war weit geöffnet und ich hörte nur "Krasss...!" Sie waren wieder so überrascht, dass diese Jasminnote tatsächlich bemerkbar war, auch ganz ohne Blüten oder sonstiges. Der Gast mit den noch geschlossenen Augen war schon ganz weit weg in seinen Urlaubserinnerungen in Thailand. :)

Dann war der Dan Cong dran! Diesmal waren sie beide wieder sprachlos.. die Früchte.. und die Blumen waren alle in der Tasse! Und das alles ohne Zugabe von Blüten oder Geschmacksrichtungen.

Wilkommen in der Welt des Oolongs!!! sagte ich nur :)))

Also "was würde die Mutter von Forrest Gump sagen, wenn sie eine Tasse Tee in der Hand hat?" Vielleicht statt einer Schachtel Pralinen, eine Tasse Tee?? ;) Wir werden es wohl leider nie erfahren.

Weil jede Tee hat seine Persönlichkeit, Charakter, und Geschichte. Mit jeder Tasse öffnen wir eine Tür zu einem speziellen Tee oder zu der Person die mit am Tisch sitzt. Tee kann wie ein Spiegel sein, der das hier und jetzt, genauso wie den Ort seines Anbaus, die Arbeit des Meisters hinter dem Tee, oder auch dem, der den Tee gerade zubereitet hat, wiederspiegelt? Oder Tee ist einfach ein Begleiter für den Moment, den Tag oder für immer.  Und wir sollten uns gegenüber diesen Überraschungen offen zeigen und einfach durch die Tasse Tee zur Ruhe kommen und den Moment genießen. Wenn man mit diesem Thema erst einmal anfängt, wird es sich schwer sein aufzuhören, denn in dieser Welt gibt es auch keine Grenzen!   :)

 

Forrest-Gump-and-Tea

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Tee, die Vergangenheit, die Zukunft

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Tee für mich ist wie ein Fenster oder eine Tür. Und diese kann man nach innen, aber auch nach außen öffnen. Manchmal dient Tee auch als Brücke zwischen Menschen, Kulturen, Länder und Zeiten.

Ich suche gerne nach dem Ursprung jeder Teesorte, seine Geschichte und Legende! Wir bauen alle auf der Geschichte auf; so entwickelt sich unsere Zukunft. Auf der anderen Seite beobachte ich auch gerne die neue Generation. Heutzutage drehen wir alle sehr um unsere neue Generation. Egal in welcher Industrie, Kinder sind unsere höchsten Priorität und wir werden fast histerisch, wenn es um die Gesundheit des Kindes geht. Ansich ist Tee ein gesundes Getränk. Aber für ein kleines Kind könnte es zu viel Koffein sein. So gibt es auch viele Teemischungen aus Früchten, Roibusch und Kräuter.

In unserer Kultur war Tee schon immer da und ich kann mich nicht wirklich erinneren, wie mein Leben ohne dieses Getränk war. So habe ich meine Mutter gefragt, wie es damals bei uns und als sie klein war. Sie erzählte, früher war alles ganz normal und es gab auch keine "klare Regel", wann das Kind Tee trinken darf. Man sagt, Tee kann entfetten, welches nicht wirklich mit "Schlankwerden" zu tun hat. So gibt es Tee immer beim Essen im Dim-Sum Restaurant. Wir nennen dies "Yum Cha". Viele Familien gehen jedes Wochenende zum "Yum Cha". Es ist eine der beliebsten Familien-Wochenend-Beschäftigungen. Es gibt viele gedämpfte Gerichte und auch viele frittierte. Zwar immer nur in kleinen Portionen serviert, man isst aber immer unbewusst viel zu viel. So ist Tee perfekt zur Verdauung. Aber zu Hause trinken wir meistens Tee, wenn wir Gäste haben. Also nicht so oft! Als kleines Kind aßen wir meistens zu Hause, daher war Tee auch mehr für die Älteren. Kinder mussten erst selbständig essen, trinken und laufen können, also ca. 5-6 Jahre alt sein, bevor sie ins Restaurant mitgehen durften. Es war ganz natürlich und selbverständlich; ganz ohne Wissenschaftler oder Ärzte, dass wir in diesem Alter anfingen Tee zu trinken. Daher frage ich mich, wieso es heutzutage immer so kompliziert sein muss!


Bild-1Die erste Erinnerung an Tee von meiner Mutter war im Alter von 5 oder 6 Jahren. Meine Oma arbeitete als eine Tagesmutter und sie hatte dadurch zu Hause immer viele Besucher. Und so stand auch immer eine große Kanne von Lychee Tee. Es war im Sommer. Meine Mutter kam jeden Tag nach der Schule zurück. Man muss wissen, im Sommer ist es bei uns meistens sehr heiß und man ist ständig durstig. Das nächste an was sie sich erinnert, ist nur noch an eine große Schüssel mit leckerem Lychee Tee. :) Es ist eine ihrer schönsten Erinnerungen aus der Kindheit. Sie sagt, es gab damals einen Spruch "Wo es eine gute Tasse Tee gibt, ist wo das Wasser gut heisst ist". Aber die Qualität des Tees war auch damals im Allgemeinen besser. Für mich, ich war wahrscheintlich auch in diesem Alter, als ich anfing Tee zu trinken, gab es eine Tasse Shou Pu Erh. Allerdings, das Essen auf dem Tisch war viel interessanter als der Tee. ;)

In Taiwan fangen die Kinder sehr früh an, die Tee-Zeremonie zu üben. Sie sind vielleicht gerade einmal 5 Jahre alt! Aber andere Länder, andere Kulturen. Für sie ist Tee sicherlich mehr als ein Getränk und es gibt viele Tee-Schulen. Durch "Cha Dao" lernen die Kinder, wie man sich auf ein Ziel konzentriert, Respekt gegenüber der Natur und anderen Menschen, und wie man sich bedankt. Oder einfach als ein gemeinschaftliches Hobby / Aktivität für die Familie.

Auf den Messen in Deutschland sah ich wieder Kinder in diesem Alter. Sie sind hoch interessiert und neugierig, oft kommen sie aus eigener Initiative auf mich meinen Stand zu. Wie Ihr schon von unseren Produkten wisst, wir verkaufen keine Teemischungen oder aromatisierte Tees (außer: Osmanthus Oolong, Jasmin Oolong und Jasmin Perlen), und vermischen sie auch nicht mit Zucker oder Saft. Aber die Kinder waren begeistert und haben sogar die Eltern beeinflusst. Ich glaube, Kinder haben sehr sensible Geschmacksinne und sind meist offen für neue Erfahrungen (wenn man sie lässt).

Letzte Woche war eine Familie mit Kind zu mir gekommen und haben eine Tee-Seminar besucht. Das Kind (sein Alter war sehr schwer zu schätzen, da er  behindert ist) sass neben unserer Teebar auf einem Sessel, wo ich mit seiner Familie das Seminar durchgeführt habe. Ich habe chinesische Musik im Hintergrund spielen lassen und mich mit meinen Seminar-Teilnehmer unterhalten, so wie immer! Ich habe das Kind zwischendurch durch seine Eltern beobachtet, um sicher zu sein, dass es ihm auch gut geht. Obwohl er nicht mitgetrunken hat, wurde er mit jeder Minute immer entspannter. Schließlich hatte er sogar die Augen geschloßen, einfach um die Atmosphäre zu genießen. Erst dachte ich auch, dass er nur zu müde war, aber nein, seine Zeigefinger war in der Luft und hat der Musik gefolgt. Bei unserem letzten Teil habe ich ihn gefragt, ob er auch eine Tasse Tee haben möchte... ihr hättet seine Augen sehen sollen. Sie haben gestrahlt und er hat sich sehr gefreut! Es war eine Tasse Alishan Oolong (geröstet), und er fand der Tee sehr lecker! Dieser Augenblick bedeutet sehr viel für mich, und wahrscheintlich auch für die Familie. Sie haben immer wieder gesagt, dass sie sehr überrascht waren, wie ruhig und entspannt er sich verhielt. Es war vielleicht nicht nur die Musik, denn der ganzen Raum dufte auch nach Tee.

Tee wirkt manchmal viel anders als erwartet und meist total unbewusst. Ich bin davon überzeugt, dass Tee für viele von uns eine ganz eigene Bedeutung hat. Und genau dies macht Tee so speziell.

Lasst Euch Zeit und genießt jeden Moment!

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Wütend auf "Wild Buds aus Yunnan"

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2011 wurde ich zum ersten Mal auf den Namen "Wild Buds" aufmerksam. Der Tee hörte sich nicht nur exotisch an, sondern auch extrem interessant und sah außergewöhnlich aus; irgendwie ganz anders als normale Tees. Auf zahlreichen chinesischen Seite wurde dieser auch manchmal "Zi Ja - 紫芽 - Purple Buds" genannt. Aber unter diesem Namen fand ich viele Bilder über "Purple Puerh". Ich war mehr als verwirrt. Da ich noch viele andere Teesorten kennenlernen möchte, hatte ich mich nicht wirklich unter Druck gesetzt, diesen Tee zu suchen.

2013, während unserer letzten China-Tee-Reise lernten wir in Shanghai einen Teebauern aus Yunnan kennen. Die Shopbesitzerin machte einen "ehrlichen und sympatischen" Eindruck. Sie kommt ursprünglich aus Yunnan und verkauft Pu Erhs, die nur aus ihrem eigenen Teegarten kommen. So fragten wir sie nach den "Zi Ja Purple Buds". Sie war überrascht, dass wir ausgerechnet nach diesem Tee fragten, wahrscheintlich um so mehr, da neben mir eines westlisches Gesicht stand?!

In dem Laden saßen schon ein paar Kunden und waren gerade dabei diesen Tee zu trinken. So kamen wir gerade rechtzeitig an. Unter Purple Buds, was ich ursprünglich hörte, hatte ich mir allerdings etwas anderes vorgestellt, denn der Tee den sie hatte, war der gleiche Tee, den ich zuvor auf Bildern als Purple Puerh gesehen. Egal, was für ein Zufall! Sein Geschmack war intentsiv, dennoch rund und geschmeidig. Außerdem hinterließ er ein mintziges Gefühl auf der Zunge, schmeckte ein wenig nach Kräutern und leicht bitter, welches sich aber schnell in eine angenehme Süße verwandelte. Seine blumigen Eigentschaft zeigten sich jedoch erst später; daher hatte er einen sehr langlebigen Nachgeschmack. Die Aufgüsse und Blätter waren tatsächlich dunkler und "rötlicher", aber ob es von den Rohstoffen (Teeblättern) kam, bin ich immer noch ein bisschen skeptisch. Die Shopbesitzerin erzählte dieser Zi Ja Cha 紫芽茶 (Purple Buds Puerh) wurde 2009 geernte und hergestellt. Es war ein Zufall, und die Farbe kam eigentlich sehr plötzlich und unerwartet. Danach kam dieses Phänomen sehr selten vor, und so war es nur noch 7 Stücke in ihrem Shop da. Und wir haben 2 Stück von diesen Puerh "Kuchen" davon für unsere private Sammlung erworben.
Blog-10.01.2014-2
Aber die Räsel mit den "Wild Buds" war noch lange nicht gelöst. Denn einen Puerh Kuchen stellte ich mir darunter nicht vor. So fragte ich einen anderen Teemeister. Von ihm bekam ich etwas ganz anderes gezeigt! Und zwar flauschige "Buds" mit einer zarten, leicht cremigen Farbe und einem silbernen Pelz-Mantel. Innen war aber eine sehr dunkel-farbige Spitze. Diese flauschige Variation sah auch dem schon viel ähnlicher, was ich zuvor in anderen deutschen Online-Shop gesehen hatte. Der Meister erzählte, dass dieser Tee eigentlich von einer lokalen Volksgruppe als Medizin verwendet wird. Aber bis jetzt fand ich leider noch keine Beweise oder Berichte, die diese Theorie unterstützten. Im Umkehrschluss bedeutet es aber nicht, dass seine Aussage falsch ist. Wir wissen nur noch zu wenig über die Kraft der Natur.

Also forschte ich weiter! Was sind eigentlich "Buds" in diesem Sinne? Und mich nach einer Probe informiert. Ende 2013 bekam ich dann meine "Wild Buds" als Probe, weil ich dieses Produkt unbedingt verstehen wollte, warum soviele Konsumenten es kaufen. Aber erst jetzt hatte ich endlich die Zeit und Ruhe, diese Probe zu verkosten. Es sieht wunderschön aus, genau wie ich erwartet hatte. Sein Geschmack war auch schon einzigartig, richtig blumig, aromatisch und necktar / honig süß. So konnte ich endlich verstehen, warum dieses Produkt so geschätzt ist. Aber bevor ich einen Tee in mein Sortiment aufnehmen, muss ich soviel es geht darüber lernen. Vor allem dann, wenn ich diesen Tee über einen Zwischenhändler beziehe, da ich noch nicht selbst vor Ort war.

Mit der Probe wurde mir schon ersichtlich, dass diese "Buds" eigentlich keine richtigen Blätter sind. So fand ich heraus, das auf chinesisch sie "芽苞 - Ja Bao" genannt werden. Also etwas ganz anderes wie "Zi Ja - Purple Buds", welchen ich in Shanghai verkostet und gekauft hatte. Ja Bao sind die allerersten neuen Zweige (Triebe) nach dem Winter. Und der flauschigen Mantel schützt sie vor Kälte. Die Tee-Bäume sind auf dem Schnee bedeckten Gebirge in Lancang wild gewachsen und sind über Hunderte von Jahren alt. Für mich bedeutete diese Erkenntnis, dass diese Art der Ernte zerstörerisch ist, da der Baum überhaupt keine Chance hat sich zu regenerieren und eventuell sterben wird.

Nach weitere, langer Recherche fand ich dann letzlich heraus, dass es drei verschiedene "Wild Buds aus Yunnan" gibt:

1. Wild Purple Buds 紫芽苞 - Es ist ein Mutant der "Wild Arbor" Teebäume. Diese Lilaverfärbung ist "Anthocyanidin" und hat viele gesundheitliche Wirkungen; wie als Antioxidationsmittel, bzw. wird eine entzündungshemmende, antimikrobielle und Antikrebs-Wirkung nachgesagt. Je nach Temperatur und Sonnenlicht ändert sich die Menge in der Pflanze, und wenn sie hoch genug ist, kommt die Lilafarbe zur Geltung. Daher kann man es nicht steuern und deswegen ist es auch sehr selten. Die Farbe ändert sich erst in der späteren Wachstumsphase und wird grün, so wie die normalen Teeblätter. Deswegen fängt die Erntesaison auch sehr früh an. Aber, Anthocyanidin findet man nicht nur in diesem Tee, sondern auch in vielen Obst, Gemüse und Beeren-Sorten.

2. Wild White Buds 白芽苞 - Diese Variation steht unter Naturschutz in China und ist seit August 2008 verboten zu pflücken, weil die Teebäume nicht mehr nachwachsen können und dadurch aussterben können. Dieser ist nicht nur blumiger als den obenen, sondern auch süßlicher.

3. Wild Shell Buds 白殼芽茶 - Diese Variation ist noch seltener, weil sie nur aus den alte Zweige wächst und nur wenige Polyphenole und Theophyllin hat, daher weniger Bitterstoffe. Diese Sorte steht auch schon unter Naturschutz! Dieser schmeckt am süßlichsten!

Wenn man dieses Produkt Ja Bao Wild Buds nur von einer Seite - der Geschmacksseite - kennt, ist für mich verständlich, wieso es gekauft wird. Und wahrscheinlich ist selbst den meisten Händlern hier in Deutschland nicht bekannt, dass diese Art des Tees bzw. besser gesagt, die Ernte in China verboten ist. So mache ich auch keinem einen Vorwurf.

Aber ich habe eine Wahl und ich entscheide mich NEIN zu sagen. "Wild Buds" werden NIE zu meinem Sortiment gehören. Es ist nach meiner Meinung kriminell und unverantwortlich solche Produkte anzubieten. Ich entscheide mich gegen diese Kriminalität und bin immer noch sprachlos und wütend.

Und was ist Eure Wahl?

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