Beiträge zum Thema: China

Reise in die Teewelt


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Wütend auf "Wild Buds aus Yunnan"

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2011 wurde ich zum ersten Mal auf den Namen "Wild Buds" aufmerksam. Der Tee hörte sich nicht nur exotisch an, sondern auch extrem interessant und sah außergewöhnlich aus; irgendwie ganz anders als normale Tees. Auf zahlreichen chinesischen Seite wurde dieser auch manchmal "Zi Ja - 紫芽 - Purple Buds" genannt. Aber unter diesem Namen fand ich viele Bilder über "Purple Puerh". Ich war mehr als verwirrt. Da ich noch viele andere Teesorten kennenlernen möchte, hatte ich mich nicht wirklich unter Druck gesetzt, diesen Tee zu suchen.

2013, während unserer letzten China-Tee-Reise lernten wir in Shanghai einen Teebauern aus Yunnan kennen. Die Shopbesitzerin machte einen "ehrlichen und sympatischen" Eindruck. Sie kommt ursprünglich aus Yunnan und verkauft Pu Erhs, die nur aus ihrem eigenen Teegarten kommen. So fragten wir sie nach den "Zi Ja Purple Buds". Sie war überrascht, dass wir ausgerechnet nach diesem Tee fragten, wahrscheintlich um so mehr, da neben mir eines westlisches Gesicht stand?!

In dem Laden saßen schon ein paar Kunden und waren gerade dabei diesen Tee zu trinken. So kamen wir gerade rechtzeitig an. Unter Purple Buds, was ich ursprünglich hörte, hatte ich mir allerdings etwas anderes vorgestellt, denn der Tee den sie hatte, war der gleiche Tee, den ich zuvor auf Bildern als Purple Puerh gesehen. Egal, was für ein Zufall! Sein Geschmack war intentsiv, dennoch rund und geschmeidig. Außerdem hinterließ er ein mintziges Gefühl auf der Zunge, schmeckte ein wenig nach Kräutern und leicht bitter, welches sich aber schnell in eine angenehme Süße verwandelte. Seine blumigen Eigentschaft zeigten sich jedoch erst später; daher hatte er einen sehr langlebigen Nachgeschmack. Die Aufgüsse und Blätter waren tatsächlich dunkler und "rötlicher", aber ob es von den Rohstoffen (Teeblättern) kam, bin ich immer noch ein bisschen skeptisch. Die Shopbesitzerin erzählte dieser Zi Ja Cha 紫芽茶 (Purple Buds Puerh) wurde 2009 geernte und hergestellt. Es war ein Zufall, und die Farbe kam eigentlich sehr plötzlich und unerwartet. Danach kam dieses Phänomen sehr selten vor, und so war es nur noch 7 Stücke in ihrem Shop da. Und wir haben 2 Stück von diesen Puerh "Kuchen" davon für unsere private Sammlung erworben.
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Aber die Räsel mit den "Wild Buds" war noch lange nicht gelöst. Denn einen Puerh Kuchen stellte ich mir darunter nicht vor. So fragte ich einen anderen Teemeister. Von ihm bekam ich etwas ganz anderes gezeigt! Und zwar flauschige "Buds" mit einer zarten, leicht cremigen Farbe und einem silbernen Pelz-Mantel. Innen war aber eine sehr dunkel-farbige Spitze. Diese flauschige Variation sah auch dem schon viel ähnlicher, was ich zuvor in anderen deutschen Online-Shop gesehen hatte. Der Meister erzählte, dass dieser Tee eigentlich von einer lokalen Volksgruppe als Medizin verwendet wird. Aber bis jetzt fand ich leider noch keine Beweise oder Berichte, die diese Theorie unterstützten. Im Umkehrschluss bedeutet es aber nicht, dass seine Aussage falsch ist. Wir wissen nur noch zu wenig über die Kraft der Natur.

Also forschte ich weiter! Was sind eigentlich "Buds" in diesem Sinne? Und mich nach einer Probe informiert. Ende 2013 bekam ich dann meine "Wild Buds" als Probe, weil ich dieses Produkt unbedingt verstehen wollte, warum soviele Konsumenten es kaufen. Aber erst jetzt hatte ich endlich die Zeit und Ruhe, diese Probe zu verkosten. Es sieht wunderschön aus, genau wie ich erwartet hatte. Sein Geschmack war auch schon einzigartig, richtig blumig, aromatisch und necktar / honig süß. So konnte ich endlich verstehen, warum dieses Produkt so geschätzt ist. Aber bevor ich einen Tee in mein Sortiment aufnehmen, muss ich soviel es geht darüber lernen. Vor allem dann, wenn ich diesen Tee über einen Zwischenhändler beziehe, da ich noch nicht selbst vor Ort war.

Mit der Probe wurde mir schon ersichtlich, dass diese "Buds" eigentlich keine richtigen Blätter sind. So fand ich heraus, das auf chinesisch sie "芽苞 - Ja Bao" genannt werden. Also etwas ganz anderes wie "Zi Ja - Purple Buds", welchen ich in Shanghai verkostet und gekauft hatte. Ja Bao sind die allerersten neuen Zweige (Triebe) nach dem Winter. Und der flauschigen Mantel schützt sie vor Kälte. Die Tee-Bäume sind auf dem Schnee bedeckten Gebirge in Lancang wild gewachsen und sind über Hunderte von Jahren alt. Für mich bedeutete diese Erkenntnis, dass diese Art der Ernte zerstörerisch ist, da der Baum überhaupt keine Chance hat sich zu regenerieren und eventuell sterben wird.

Nach weitere, langer Recherche fand ich dann letzlich heraus, dass es drei verschiedene "Wild Buds aus Yunnan" gibt:

1. Wild Purple Buds 紫芽苞 - Es ist ein Mutant der "Wild Arbor" Teebäume. Diese Lilaverfärbung ist "Anthocyanidin" und hat viele gesundheitliche Wirkungen; wie als Antioxidationsmittel, bzw. wird eine entzündungshemmende, antimikrobielle und Antikrebs-Wirkung nachgesagt. Je nach Temperatur und Sonnenlicht ändert sich die Menge in der Pflanze, und wenn sie hoch genug ist, kommt die Lilafarbe zur Geltung. Daher kann man es nicht steuern und deswegen ist es auch sehr selten. Die Farbe ändert sich erst in der späteren Wachstumsphase und wird grün, so wie die normalen Teeblätter. Deswegen fängt die Erntesaison auch sehr früh an. Aber, Anthocyanidin findet man nicht nur in diesem Tee, sondern auch in vielen Obst, Gemüse und Beeren-Sorten.

2. Wild White Buds 白芽苞 - Diese Variation steht unter Naturschutz in China und ist seit August 2008 verboten zu pflücken, weil die Teebäume nicht mehr nachwachsen können und dadurch aussterben können. Dieser ist nicht nur blumiger als den obenen, sondern auch süßlicher.

3. Wild Shell Buds 白殼芽茶 - Diese Variation ist noch seltener, weil sie nur aus den alte Zweige wächst und nur wenige Polyphenole und Theophyllin hat, daher weniger Bitterstoffe. Diese Sorte steht auch schon unter Naturschutz! Dieser schmeckt am süßlichsten!

Wenn man dieses Produkt Ja Bao Wild Buds nur von einer Seite - der Geschmacksseite - kennt, ist für mich verständlich, wieso es gekauft wird. Und wahrscheinlich ist selbst den meisten Händlern hier in Deutschland nicht bekannt, dass diese Art des Tees bzw. besser gesagt, die Ernte in China verboten ist. So mache ich auch keinem einen Vorwurf.

Aber ich habe eine Wahl und ich entscheide mich NEIN zu sagen. "Wild Buds" werden NIE zu meinem Sortiment gehören. Es ist nach meiner Meinung kriminell und unverantwortlich solche Produkte anzubieten. Ich entscheide mich gegen diese Kriminalität und bin immer noch sprachlos und wütend.

Und was ist Eure Wahl?

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Regen und Teegenuss

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Das Wetter gestern war grau und feucht. Aber irgendwie bring mich solches Wetter immer wieder zurück nach Suzhou mit seinen wunderschönen Gärten und Tee-Pavillon im Hinterhof eines Hauses. Bei einem verregneten Tag habe ich das Gefühl, dass die Uhr auch irgendwie stillsteht. Obwohl ich weder einen Hinterhof noch einen Tee-Pavillon habe, konnte ich zum Glück im Wintergarten sitzen und mein Wasser auf dem kleinen Ton-Stövchen kochen. Ich liebe diesen Moment, das Wasser auf kleine Flamen zum kochen. Zwar ist Geduld gefragt, aber für mich ist es wie eine Meditation und macht auch Spaß die Kohle zum glühen zu bringen. Ganz authentisch wird nur Olivenstein-Kohle benutzt, welche angeblich dem Wasser noch zusätzliches Aroma verleihen soll. Ich glaube, es ist genauso wie beim grillen. Das Fleisch schmeckt einfach anders als auf dem Elektrik-Herd.

In meinem kleinen Wasserkännchen aus Ton/Sand wird das Wasser gekocht. Das Material des Wasserkännchen hat einen deutlichen Einfluss auf die Wasserqualität. Es war viel weicher und feiner, auch wenn man nur das gekochte Wasser ohne Tee trinkt.

Der neue Da Hong Pao (originell) verhält sich auch ganz anders. Wie schon erwähnt, habe ich den Da Hong Pao schon öfters im Gaiwan oder Yixing Kännchen zubereitet und verkostet, aber er schmeckt immer etwas anders.

Normalerweise entdeckt man in den 1. und 2. Aufgüssen gleich schon den Zimt und seinen gerösteten Geschmack auf den ersten Schluck. Ab 2. oder 3. Aufguss kommt Anis und dann ab dem Dritten zeigt er seine blumige Seite immer deutlicher. Beim nassen Wetter hatte ich das Gefühl, dass sein Geschmack auch unterdrückt ist. Und man merkt die höhere Luftgeuchtigkeit auch in der Tasse.

Aber gestern, obwohl es den ganzen Tag feucht war, konnten seine Geschmäcker trotzdem in diesem Wasser freigesetzt werden. Es war ein Erlebnis! Der Tee schmeckt frei, fein, weich, und extrem blumig. Schon von ganz Anfang bis zum letzten Tropfen. Inzwischen entdecken wir nicht nur Zimt und Anis, sondern auch noch ein Hauch von Kardamom. Sein geröstetes Aroma entfaltet sich erst mit dem 3. Aufguss und danach entwickelt sich eine angenehme Süße. Es war einfach toll!

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Long Jing - Sein wahre Geburtsort(en)

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Welcher ist der beliebteste oder bekannteste Grüntee aus China? Ah! Ich glaube, die Antwort kennt bestimmt jeder Teeliebhaber. Wenn man den Namen Longjing noch nicht kennt, hat man sicherlich schon von einem seiner anderen Namen, wie Drachenbrunnen, Long Ching, Lung Ching, Lung Jing oder Dragon Well gehört. Und Sie haben “höchstwahrscheinlich” schon genug davon gelesen. Kein Wunder, dieser Grüntee existiert schon seit über 1,200 Jahren und ist längst ein „Objekt“ der gehobenen Wertachtung geworden. So verwundert es einen auch nicht, dass sogar bis heute zählt dieser immer noch zu den beliebtesten “Getränken” der chinesischen Offiziellen gehört.

Long Jing / Longjing (龍井), der Drachenbrunnentee ist ein mächtiger Name, welcher möglicherweise auch eine positive Marketing-Wirkung hat: leicht zu merken und hört sich auch sehr “Royal” an. Aber nicht nur der Name übt einen besonderen Effekt aus, sondern auch der Kaiser Qianlong und zahlreiche Dichter, sowie Literaten haben zu seinem Bekanntheitsgrad beigetragen. Dieser Tee hat nicht nur 5 Dynastien überlebt, auch hat er mehr oder weniger die ganze Teewelt erobert.

Aber wer hat diesen Namen erfunden? Oder woher kommt er? Diese Frage führt uns wieder zu seiner Heimat - Zhejiang.

Zhejiang? Nicht Hangzhou? Xihu? Oder sogar Shifeng? Ja, ich weiß! Zhejiang ist die Provinz, wo Hangzhou die Hauptstadt ist.

Ein wenig zur Geografie: Xihu (West Lake) liegt in Hangzhou und ist einer der bekanntesten Seen Chinas und gleichzeitig auch ein Stadtbezirk von Hangzhou (ca. 13-14 km2) ist. Und Shifeng (Löwen Gipfel) mit einer kleinen Fläche von ca. 4-5 km2 ist seit 2003 als Schutzgebiet der 1. Klasse registriert*, liegt in direkter Nachbarschaft. Auf diesem “Berg” gibt es tatsächlich einen Drachenbrunnen und selbstverständlich ein Longjing Dorf, welche beide bis heute noch existierten und sehr beliebt bei chinesischen Teeliebhabern sind. Und genau aus diesem Ort stammt der Name: Longjing Tee.


Aber das “Longjing Dorf” scheint nicht der einzige Heimatort zu sein. In Cha Ching hat Lu Yu schon über diesen köstlichen Grüntee berichtet. Allerdings stammte dieser von dem Ling Yin Temple (über 1.600 Jahren Alt), welcher im heutigem Xihu-Bezirk gelegen ist. Und damals hatte der Tee wahrscheinlich auch noch einen anderen Namen.

Bis in die Qing Dynastie wurde Xihu Longjing nochmal in vier Sorten (bzw. Anbaugebiete und seine Herstellungstechnik) untergeordnet: Löwe, Drache, Wolke und Tiger**. Dabei hat die Löwen-Sorte - auch als Löwen-Klasse bekannt - den besten Ruf.

  • Löwe: Longjing Dorf, in der Nähe vom Löwen-Gipfel
  • Drache: Wengjiashan, Yangmeiling, Shangxia Manjue Long, Baihefeng
  • Wolke: Yunqi, Meijiawu, Shili Langdang, Wuyunshan
  • Tiger: Hupao, Siyanjing, Chishanbu, Santaishan und in der Nähe von Xihu-Ufer

Zurück zu den heutigen Anbaugebieten. Xihu Bezirk ist einer von den drei Longjing Anbaubezirken in der Mitte von Zhejiang. Die weiteren zwei Hauptanbaugebiete sind: Qiantang (heute: Yuhang Bezirk, Hangzhou) und Yuezhou (heute: Yuecheng Bezirk, Shaoxing). Wobei Longjing aus dem Xihu Bezirk geschmacklich am aromatischsten und beliebtesten sein soll.

Unterschieden wird so nach:


Shifeng Longjing bleibt immer noch der geschätzteste Longjing Tee. Und wenn dieser noch vor dem Ming-Fest (Ming Qian) geerntet wird und man den „Besten“ aus dem Teegarten des Kaisers genießen möchte, kostet die Tasse Tee 120,00 RMB. Oder wenn man eine Dose kaufen möchte, so kostete sie im Frühjahr 2013 ab 1800,00 RMB / 500g.

*http://baike.baidu.com/view/3974992.htm
**http://zh.wikipedia.org/wiki/%E8%A5%BF%E6%B9%96%E9%BE%99%E4%BA%95

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Ein verträumter Nachmittag

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Mein Wochenende hat schon heute Mittag angefangen. Ich kann einfach nicht mehr. Mein Gehirn ist von dieser Wochen beim auspacken und sortieren komplett ausgelaugt! Ein Zeichen, dass ich jetzt eine kleine Pause unbedingt brauche.

Viele spannende Tees warten noch in der Reihe, aber.. ich kann momentan wirklich nicht mehr! Mein Kopf ist leer! So habe ich meine Lieblingsmusik angemacht, einen Tee von vielen ausgesucht und bereite mich auf ein entspannenden Nachmittag vor.

Die Wahl fiel auf einen losen Puer aus den 90'er Jahren. Ein Puer, welchen ich durch eine persönliche Puer-Such-Aktion für einen Kunden entdeckt hatte. Vor 20-Jahren waren diese Teeblätter eigentlich als Rohstoffe eines "normallen" Puer-Beengs gedacht. Aber der Teemeister hatte nicht wirklich ein System in seiner "Tee-Fabrik" und hatte diesen Sack mit Tee schon längst vergessen. Irgendwenn tauchte der Sack wieder auf, und durch meine Suche und vielen Ecken steht dieser Puer nun in meiner Tee-Kammer.

Normallerweise ist für mich Puer ein Winter Tee, aber irgendwie habe ich einfach Lust. Nachdem ich die Blätter in dem erwärmten Gaiwan platziert hatte, wurde mir auch schnell klar, dass ich doch keine schlechte Wahl getroffen hatte. :)

Sein holziges Aroma hat mich sofort in einen Herbstwald entführt. Ich war sofort weg! Langsam goss ich das frischgekochte Wasser in den Gaiwan, und mein Büro hat sich in einen Wald mit großen Bäumen und Blumen verwandelt. Bei dem ersten Schluck konnte ich meine Augen schon nicht mehr aufmachen. Ich möchte nur in diesem wunderschönen Traum bleiben. Auf der Zunge hinterlässt der Tee ein etwa "kitzeliges", fast ein leicht "elektrisches" Gefühl. Der Gaumen und die Atmung sind gefüllt von einem blumigen Duft, welcher auch nach mehreren Minuten noch hängen bleibt. Es ist ein himmlisches Gefühl.

Dieser lose Puer (aus dem 90'er) sollte dann auch für weitere Träumer und Herbstwanderer in der nächsten Tagen verfügbar sein.

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2013 Teereise China - Huangshan: Keemun Gongfu

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Keemun ist ein chinesischer roter Tee (von den Langnasen als Schwarztee bezeichnet) gehört schon eher zu den alten Bekannten und man hat seinen Namen sicherlich schon öfters gehört. Auch wenn seine Exportgeschichte etwa 200 Jahre nach der von anderen chinesischen roten Tees beginnt - zum Beispiel ein Lapsang Souchong aus Fujian wurde bereits im 17. Jahrhundert gerne in Europa getrunken - so ist die Geschichte des Keemun dennoch interessant. 

Sein Ursprung
Sein ursprünglicher Name ist "Qimen Hong Cha". "Qimen" ist die chinesische Umlautschrift Pinying von 祁门, einer sehr kleinen Stadt im Süden der Region Huangshan (Provinz Anhui). Und "Hong Cha - 红茶" ist eine der chinesischen Tee-Kategorien für vollständig oxidierten Tee, d.h. Roter Tee, durch seine rote bernsteinfarbene Tasse. Im Westen, gehört dieser zu der "schwarzen“ Teekategorie, wahrscheinlich aufgrund der sehr dunkelfarbenen getrockneten Blätter. Um die Teeblätter ohne Zerstörung der kleinen Haare und Struktur der frischen Blätter in dünne und eng verarbeitete Teeblätter zu herstellen, erfordert umfangreiche Erfahrungen und Kompetenzen ("Gongfu" in Chinesisch).

Vor dem Erscheinen von Keemun Hong Cha war Qimen eine rein Grüntee produzierende Region. Nach einer Legende brachte 1875 ein pensionierte Beamter namens Yu Ganchen die Methode zur Herstellung von roten Tee von seiner Reise aus Fujian mit. Und zu Hause angekommen  experimentierte er mit Maofeng Tee als Rohmaterial zur Herstellung von roten Tee. Sein Experiment wurde ein solcher Erfolg, dass ein aus Qimen stammender Mann, mit Namen Wu Yuanlong, beschloss, den Weg von Yu Ganchen fortzusetzen.

Keemun Hong Cha wurde wenig später in den Westen exportiert und erreichte eine überraschende Popularität in England, so dass er zu den Top-10-Tees aus China  wurde. Darüber hinaus begann mach ihn in Mischungen zu verwenden, wie zu der Zeit schon existierenden English Breakfast. Die allgemeine Popularität von Keemun Hong Cha veränderte Qimen von eine Grüntee zu einer roten Tee herstellenden Region.

Allerdings könnte einer der Gründe sein, warum  Keemun so in der Teeexportgeschichte berühmt wurde, dass er auch durch die instabilen Zeit  der chinesischen Geschichte überleben konnte: Revolution gegen das kaiserliche System, Bürgerkrieg und 2 Weltkriege.

1930/31 erfand W. McKertcher das CTC („zerbrechen, zerreißen, rollen“) Verfahren zu Schwarzteeherstellung, welches zwischen 1950-70 sehr populär wurde. Wahrscheinlich um die gleiche Zeit begann man Keemun Tee auch nach diesem "neuen" Herstellungsverfahren zu verarbeiten, um die steigenden Nachfrage im Westen bedienen zu können. Dies könnte eventuell erklären, warum die meisten der Export Sorten von China Keemun gebrochen sind.

Unser Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich zwischen dem Import Grad Keemun (d.h. unser Keemun (Premium)) und seine traditionelle Version (Keemun Gongfu (Qimen Hong Cha)):

Wenn Sie gerne Milch / Sahne und Zucker in schwarzen Tee trinken, oder lieber einen stärkeren und gleichzeitig einfacheren chinesischen roten Tee bevorzugen, dann empfehlen wir Ihnen unseren Premium-Keemun. Für diejenigen, die nicht nur gerne einen feineren und traditionell handverarbeitenden Tee bevorzugen, welcher nicht nur Freude in seinem Geschmack bringt, sondern auch etwas für das Auge ist, wird unser Keemun Gongfu Sie nicht enttäuschen. Allerdings, wenn Sie mögen, wird die Gongfu Version auch mit Milch / Sahne passen, was sicherlich gut mit der natürlich malzigen Süße passt.

Obwohl Keemun ein sehr konventioneller Tee ist, kann man immer mit der Wassertemperatur  experimentieren, wie ich es in der obigen Tabelle dargestellt, tat. Sie werden überrascht sein wie unterschiedlich ein und derselbe Tee schmecken kann.

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2013 Teereise China - Huangshan: Huangshan Maofeng

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Huangshan(Gelber Berg) ist seit meiner Kindheit eines meiner vielen Traumziele. Diese Gebirgskette im Süden der Provinz Anhui erstreckt sich von Nord nach Süd und deckt ein Fläche von ca. 1.200km2 ab. Sie hat mehr als 72 berühmte Gipfel - mit dem höchsten Berg von 1.864 m - und zahlreiche Täler, sowie über 10 kleinere und größere Flüsse und Wasserfälle. Huangshan ist berühmt für seine märchenhafte Landschaft, einzigartige Felsformationen, einheimischen Kiefern und dem Sonnenaufgang mit seinem "Meer aus Wolken". All diese Eigenschaften sind seit jeher eine der einflussreichsten Inspirationen für chinesische Maler und Schriftsteller / Poeten. In China ist Huangshan einer der landschaftlich reizvollsten Gegenden und wird von chinesischen Gelehrten und Künstlern geliebt. So zählt es auch seit 1990 zu den UNESCO Weltkulturerben.

Sein Wetter
Geografisch liegt Huangshan im östlichen China, welches sich hauptsächlich aus Hügeln, Becken und Ebenen zusammensetzt. Das Klima ist subtropischen und weißt einen gemäßigten Klima Monsun auf, welcher es auf eine durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge von 1800-2000mm bringt. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 15,4 ° C; am heißesten wird es im Juli(durchschnittlich 27,4 ° C) und am kältesten im Januar (durchschnittlich 2,8 ° C). So ist die Region Huangshan frostfrei an ca.  210 - 230 Tagen pro Jahr. Aufgrund der feuchten Luft aus dem ostchinesischen Meer und den hohen Bergen des Huangshan, sammelt sich die Feuchtigkeit in den Tälern und verwandelt sich in Wolken, die nicht nur eine der faszinierendsten Landschaften in China schafft, sondern auch ein perfektes Klima für den Wachstum von Tees, wie etwa dem "Huangshan Maofeng" oder "Taiping Hou Kui". Beide gehören zu den berühmtesten Grüntees aus dieser Region.
 

Tees aus Huangshan
Tee aus Huangshan findet schon seine ersten Datierung in Schriften aus der Song-Dynastie(960-1279), wird aber erst richtig populär während der Ming-Dynastie (1368-1644). So kann man von einer fast 400 jährigen Teeanbau-Geschichte sprechen.


Huangshan Maofeng

Allerdings erscheint Huangshan Maofeng auf der Tee-Landkarte erst in der Qing-Dynastie. Basierend auf historischen Dokumenten stellte die "XieYu Tea Factory 谢裕大茶号" den ersten Maofeng 1875 in Huangshan Fuxi her. Da dieser Teeaus sehr jungen Knospen, mit einer Schicht aus kleinen silbernen Haaren besteht, bekam er den Namen "Mao Feng". Dieser Name bringt klar seine Form durch "Mao" - bedeutet Haar - und seine Ursprung"Feng" - symbolisiert einen sehr spitzen Gipfel – zum Ausdruck.

Umgebung der Teeanbaugebiete
Die hohen Berge des Huangshan sind grün und die meiste Zeit des Tages von Nebel bedeckt. Wenn es doch aufklart kann man die darunter liegenden großen Bambuswälder, kleine Bäche oder schlanken Wasserfälle überall sehen. Viele Teegärten sind an recht steilen Hängen angebaut, und für unerfahrene Teepflücker wie uns, können sie gefährlich werden. Wenn man aber ein wenig Glück hat, so kommt man auch beim „normalen“ wandern zu einen der vielen Wasserfälle an einem Teegarten vorbei, und so konnten wir uns nicht helfen, die frischen Knospen direkt von der Pflanze zu probieren. Sie schmeckten sehr erfrischend und unerwartet blumig bis hin zum Gaumen, sowie leicht anregend und minzig auf der Zunge. Es war wirklich etwas Besonderes.

 Zeitpunktder Ernte
Wie für  die meisten grünen Tees, wird die beste Qualität vor dem Ming Festival (genannt Ming Qian), welches 2013 auf den4. April fiel,
geerntet. Die wertvollste Ernte ist die erste nach dem Winter, denn dann ist der Geschmack der Tees besonders elegant, glatt und weich. Zum Zeitpunkt der zweiten und dritten Ernte, ändert sich der Geschmack schon ein wenig, und das Aroma wird reicher und wird leicht knusprig / knackig frisch. Während der Erntezeit, sollte Tee nur an trockenen Tagen gepflückt werden, da eine übermäßige Feuchtigkeit die Qualität des Tees beeinträchtigen und das Aroma und seine Lebendigkeit verloren gehen.

Zubereitung
Lange vertikale Glaswaren sind im Allgemeinen für grüne Tees besonders geeignet, und natürlich bildet der Huangshan Maofeng hierbei
keine Ausnahme. In einem schlanken Glas, kann man nicht nur seinen Geschmack genießen, sondern auch seine schöne Form, wie sich die Blätter langsam öffnen und zu Boden sinken.

Obwohl dieser Tee einen ziemlich niedrigen Inhalt von "Bitter-Komponenten" enthält, welches auf den vorherrschenden Nebel zurück zuführen ist, und so das Eindringen von direkter Sonnenstrahlen auf die Teepflanzen begrenzt,empfehlen wir Ihnen dennoch eine Wassertemperatur von nicht über 95 ° C bei der Zubereitung. Denn dieBlätter sind fein und zart und eine höhere Temperatur könnte sich negativ auf die Beschaffenheit des Tees ausüben.

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